Untersuchung zum Maximalkrafttraining mit Stabhochspringern
Die leichtathletische Disziplin Stabhochsprung hat seit 1963, also dem Zeitpunkt der Entwicklung der ersten Glasfaserstäbe eine starke Leistungssteigerung erfahren. Diese Leistungssteigerung ist zum Teil auf Materialverbesserungen der Glasfiberstäbe und der Stabhochsprungmatten, jedoch auch auf neue Erkenntnisse und Methoden aus der Trainingswissenschaft zurückzuführen. Hier rückt in den letzten Jahren das Krafttraining, das eine Verbesserung des konditionellen Leistungszustandes anstrebt, in den Vordergrund. Für eine optimale technomotorische Gestaltung der einzelnen Bewegungsphasen ist ein entsprechendes Kraftniveau notwendig. Gemäß des dynamischen Grundgesetzes (Newton: Lex secunda) (RECKLING 1968, 80), wonach Kraft proportional zu Masse und Beschleunigung eines Körpers ist (F=m*a) und der Erkenntnis, dafl eine hohe Beschleunigung entgegen der Gravitation aufgrund mechanischer Gesetzmäßligkeiten für den Stabhochsprung leistungsbestimmend ist, ist die Kraft als die dominierende konditionelle Fähigkeit neben der Schnelligkeit anzusehen. Insbesondere in der Aufrollphase, deren Ausührung für die Vorbereitung einer groflen Überhöhung des Springers über seine Griffhöhe und damit für eine grofle Sprunghöhe entscheidend ist, sind spezifische Kraftfähigkeiten erforderlich. Den hohen Einfluß der Aufrollgeschwindigkeit auf die komplexe Leistung im Stabhochsprung zeigen auch die Ergebnisse einer multiplen Regressionsanalyse (GEESE 1991, 152), wonach bei Springern z.B. im Leistungsbereich von 3,80 m - 4,30 m bei einer Steigerung der Aufrollgeschwindigkeit von 0,17 m/s (= eine Standardabweichung bzw. 5-6% der Merkmalsausprägung) eine Leistungsverbesserung von 10 cm prognostiziert wird, was sich im praktischen Experiment bestätigte.
Eine erhöhte Bewegungsschnelligkeit kann entscheidend zum besseren Gelingen eines Sprunges beitragen, da die intraindividuell relativ konstante Wegstrecke, die zum Aufrollen zur Verfügung steht, in kürzerer Zeit zurückgelegt werden kann. Die Position des minimalen Abstandes des Körperschwerpunktes (KSP) zur oberen Griffhand, mit deren Erreichen die Aufrollbewegung beendet ist, wird infolgedessen früher erreicht (vergl. auch WOZNIK 1983). Die Aufrolldauer verringert sich bzw. die Aufrollgeschwindigkeit, die durch die Aufrolldauer und den vertikalen Aufrollweg bestimmt wird, vergrößert sich.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Online-Zugang: | http://spt0010a.sport.uni-oldenburg.de//PDF/stabvero.pdf |
| Dokumentenarten: | elektronische Publikation |
| Level: | hoch |