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New Chemical Tests for Weightlifters: Testosterone, Cortisol, and Nitrogen Balance

(Neue chemische Tests für Gewichtheber: Testosteron, Kortisol und Stickstoffgleichgewicht)

Chemische Tests zeigen dem Sportler genau an, ob er sich in einer anabolen (Aufbau) oder katabolen (Abbruch) Phase befindet. Dies ermöglicht eine gesteuerte Trainingsplanung und systematische Kraftentwicklung. Die zur Bestimmung des anabol-katabolen Status eingesetzten chemischen Tests beinhalten in erster Linie Testosteron, Kortisol und das Stickstoffgleichgewicht. Testosteron Die Testosteronkonzentrationen liegen bei Männern etwa um das Zehnfache höher als bei Frauen. Testosteron hat eine große Bedeutung für das Gewebewachstum im Blut, in den Knochen, Muskeln u.a. weichen Geweben. Es spielt außerdem eine große Rolle bei der Glykogenspeicherung (wichtigster Energielieferant bei hochintensiver Belastung) und Kreatinphosphat-Synthese. Durch Übertraining nimmt das Testosteronniveau im Körper des Sportlers ab, entweder über das Blockieren von zur Testosteronregulation verantwortlichen Hormonen im Nervensystem oder direkt durch die Verminderung der Testosteronproduktion. Mit der Abnahme der Testosteronkonzentration vermindern sich die Leistungsfähigkeit, der Muskelzuwachs und die energetische Kapazität. Außerdem kommt es zum Abbau von Muskelgewebe durch einen bei Übertraining erhöhten Kortisoleinfluß. Damit geht auch eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels einher. Bei vergleichbaren Trainingsbelastungen nimmt das Testosteron bei Übertraining bei Männern und Frauen prozentual in gleicher Höhe ab. Wird die Belastung etwas zurückgenommen, steigt das Testosteron wieder an. Untersuchungen zu dieser Thematik weisen das Testosteron sowohl bei Männern als auch bei Frauen als einen sehr sensiblen Parameter des anabolen Status aus. Im Verlauf einer längeren harten Trainingsphase kommt es zu einem steten Rückgang der Testosteronkonzemtration, was zu einem anabol-katabolen Ungleichgewicht führt. Das Ausmaß der Testosteronabnahme steht in direktem Zusammenhang zur Belastungsintensität. Bei chronischer Überbelastung kann nur eine eingeschobene Regenerationsphase (Reduzieren von Umfang und Intensität) wieder zum Anstieg des Testosteron führen. Auch durch entsprechende Ernährungsprogramme kann der Testosteronabbau verzögert werden. Niedrige Testosteronwerte sind ein Zeichen für chronisches Übertraining (wobei das Übertraining von weiteren Symptomen angezeigt wird). Testosteron-Tests sind daher ausgesprochen hilfreich in der Trainingssteuerung. Weitere Merkmale einesübertrainierten Organismus sind z.B. erhöhte Herzfrequenz in Ruhe, Gewichtsabnahme, Konzentrationsabnahme, verzögerte Pulsfrequenz-Wiederherstellung nach Belastung sowie gestörte Emotionen. Übertraining und Testosteronabbau können durch eine durchdachte Trainingsplanung, Zyklisierung (Einbau von Recovery-Perioden) sowie eine ausgewogene Belastungsgestaltung verhindert werden. Wichtig ist auch eine ausgeglichene, kalorien- und eiweißreiche Ernährung. Ein ausgeglichener Lebensrhythmus und eine ausgefüllte Sexualität tragen ebenfalls zur Steigerung der Testosteronkonzentration bei. Kortisol Kortisol spielt trotz seiner insgesamt katabolen Wirkung eine entscheidende Rolle beim Zucker- und Fettabbau, es steuert die Glykogenspeicherung in der Leber, hält den Bluzuckerspiegel aufrecht und aktiviert den Fettabbau für die Energiegewinnung. Außerdem spielt das Kortisol eine wichtige Rolle im Immunsystem sowie bei der Verhinderung von Gewebsentzündungen und -schäden. Katabole Wirkung übt das Kortisol auf Muskeln, Knochen und Bindegewebe aus. Es ist außerdem am ständigen Ab- und Aufbau von Weichteilgewebe beteiligt. Beim Übertraining steigt die Kortisolkonzentration an. Dadurch nehmen Muskeln und Weichteile einen katabolen Status an, was einen Zuwachs an Kraft oder Muskelmasse verhindert. Außerdem steigt der Blutdruck an. Die REM-Schlaf-Phase ist extrem verkürzt, wodurch der Erholungseffekt des Nachtschlafes vermindert wird. Außerdem kann ein erhöhter Kortisolspiegel negative Auswirkungen auf die Psyche und das Verhalten des Sportlers bis hin zur Psychose haben. 10 - 20 % der Sportler, die anabole Steroide einnehmen, zeigen während dieser Zeit verschiedene Formen von Psychose oder bizarren Verhaltens. Unter Einnahme dieser Dopingmittel steigt die Kortisolkonzentration, insbesonderer bei hohen Dosen. Testosteron-Kortisol-Ratio Dieser Parameter ist ein hervorragender Wert für die Steuerung der effizienten Trainingsbelastung. Ist ein Sportler übertrainiert, fällt der Wert auf 0,00035 (kataboler Status). Ein Beibehalten der Belastung führt zur Ausprägung der bekanntenÜbertrainingssymptome. Stickstoff Das Stickstoffgleichgewicht ist der ideale Parameter zur kurzfristigen Bestimmung des anabol-katabolen Status. Es kennzeichnet das Proteingleichgewicht im Körper zur Energiegewinnung. Der Sportler scheidet 1g Stickstoff für jeweils 6,25g zur Energiegewinnung genutztes Protein aus. Der größte Anteil ausgeschiedenen Stickstoffs ist im Urin zu finden. Messungen über die mit der Nahrung aufgenommene und andererseits vom Körper ausgeschiedenen Stickstoffmengen lassen Rückschlüsse darüber zu, ob der Sportler einen Proteinzuwachs oder -verlust erlebt. Eine positive Stickstoffbilanz bedeutet, daß die Proteinaufnahme ausreichend hoch ist und sich der Körper in einem anabolen Status befindet, d.h. Gewebe aufbaut. Eine negative Stickstoffbilanz bedeutet eine uzureichende Proteinaufnahme, infolge derer der Körper auf seine eigenen Proteindepots zur Energiegewinnung zurückgreifen muß (kataboles Stadium). Die Stickstoffbilanz sollte regelmäßig (mehrere Male pro Woche) kontrolliert werden, denn neben den entwicklungshemenden Wirkungen unzureichender Proteinaufnahme führt ein ständig zu hohes Proteinangebot zu Schädigungen der Nieren. Eine negative Stickstoffbilanz über mehrere Tage weist auf einenÜbertrainingszustand hin, verstärktes Augenmerk ist auf Erholung und Wiederherstellung zu legen. Eine ständig positive Stickstoffbilanz ist ein Zeichen dafür, daß das Training verschärft werden kann und weitere Leistungszuwächse möglich sind.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Power Lifting USA
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1994
Ausgabe:o.O., O.J., 2 S.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel