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Exzentrisches Krafttraining. Auswirkungen auf unterschiedliche Maximal- und Schnellkraftparameter

In der Trainingswissenschaft ist die Untersuchung der konditionellen Fähigkeit Kraft wegen deren Voraussetzungscharakter für alle körperlichen Bewegungsformen von grundlegender Bedeutung. Krafttraining spielt in den meisten Sportarten in allen Phasen der Ausbildung eine immer wieder auch wissenschaftlich hinterfragte, besondere Rolle. Aus verschiedenen Gründen rückte dabei die Analyse der exzentrischen Arbeitsweise der Muskulatur in den Fokus wissenschaftlicher Betrachtungen. Einerseits versprechen exzentrische Trainingsformen vergleichsweise große Leistungsfortschritte, andererseits ist der Einsatz solcher Trainingsmethoden u.U. auch mit einem erhöhten Verletzungsrisiko verbunden. Die Ursachen und Mechanismen hierfür aufzuklären, war Ziel einer ganzen Reihe von in den letzten Jahrzehnten durchgeführten Forschungsprojekten. Trotzdem gibt es nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zur Wirkung eines exzentrischen Krafttrainings, was vermuten läßt, dass ganz bestimmte Rahmenbedingungen hinsichtlich Reizdauer und Last einzuhalten sind, wenn positive Effekte hinsichtlich Bewegungschnelligkeit, Start- und Explosivkraft erzielt werden sollen. Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Untersuchungen verfolgen das Ziel, den Einfluß eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten auf Maximal-, Schnell- und Explosivkraft zu emitteln. Die Ergebnisse werden dem Leistungszuwachs gegenübergestellt, der durch ein "traditionelles" Krafttraining mit exzentrisch-konzentrischer Arbeitsweise der Muskulatur erreicht werden kann. Die ermittelten Kraftparameter werden in einer Querschnittsstudie mit großer Stichprobe auf ihre Zusammenhänge hin überprüft. Die Arbeit soll helfen, Effekte eines Krafttrainings besser einzuschätzen und darauf aufbauend eine präzisere Auswahl von Trainingsmethoden und -inhalten für die Trainingsplanung vornehmen zu können. Der Theorieteil der Arbeit, die in großen Teilen Inhalte der im Jahre 2009 vom Autor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eingereichten Habilitationsschrift "Auswirkungen eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten auf unterschiedliche Schnell- und Maximalkraftparameter" widerspiegelt, beginnt mit der Klärung der Begriffe Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer und der Zusammenhänge, die zwischen diesen Kraftfähigkeiten existieren. Darauf folgend werden die wichtigsten Anpassungen und deren zeitlicher Verlauf dargestellt. Im nächsten Kapitel wird versucht, einen Überblick über das trainingsmethodische Vorgehen zu geben, das nach aktuellem Forschungsstand unter Berücksichtigung von Erfahrungen aus der Trainingspraxis als der effektivste Weg zum Erfolg angesehen werden sollte. Es wird thematisiert, welche Adaptationen für die Entwicklung von Maximal- und Schnellkraft entscheidend sind und mit welchen Trainingsmethoden diese Anpassungen hervorgerufen werden können. Ein Kapitel setzt sich ausführlich mit dem Forschungsstand zum Thema "exzentrisches Krafttraining" auseinander. Der empirische Teil der Arbeit besteht aus vier Untersuchungen, von denen die ersten beiden Längsschnittstudien die Auswirkungen eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten auf Maximal- und Schnellkraft der oberen und unteren Extremitäten analysieren. Die dritte Längsschnittstudie dient dazu, diesen Ergebnissen die Anpassung an ein konventionelles Training mit exzentrisch-konzentrischer Arbeitsweise der Muskulatur gegenüberzustellen. In der vierten Untersuchung, einer Querschittsstudie, werden dann die Zusammenhänge zwischen den getesteten Maximal- und Schnellkraftparametern anhand der Ergebnisse von Leistungsdiagnosen mit Sportlern unterschiedlicher Sportarten und Leistungsklassen und Untersuchungen mit Sportstudenten der letzten 10 Jahre zusammengefasst und analysiert. In der abschließenden Diskussion wird der Versuch unternommen, die gefundenen Ergebnisse zu erklären und zu beurteilen bzw. eine Empfehlung zum Einsatz eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten zu geben. Ein umfängliches, über 130-seitiges Literaturverzeichnis bildet den Abschluss der Arbeit.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2011
Ausgabe:Köln: Sportverlag Strauß, 2011.- 713 S.
Schriftenreihe:Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2011, 02
Seiten:713
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch