Einsatz-, Mehrsatz- und High-Intensity Training. Ein Vergleich der Effekte dreier Trainingsmethoden auf Muskelwachstum, Maximalkraft und Kraftausdauer

Das Training der Kraft gehört zu den zentralen Bestandteilen einer Vielzahl von Trainingsprogrammen in unterschiedlichen Altersgruppen, Sportarten oder auf verschiedenen Leistungsniveaus, in der Schule, im Sportverein, in Rehakliniken und nicht zuletzt in Fitnessstudios. Eine umfassende Analyse von Publikationen des In- und Auslands zu Themen des Krafttrainings (allein das Literaturverzeichnis dieser Arbeit umfasst mehr als 250 Publikationen) belegt das große wissenschaftliche Interesse an ihm. Dennoch beantworten die vorliegenden Arbeiten bei Weitem nicht alle aktuellen Frage, die im Zusammenhang mit modernem Krafttraining gestellt werden, um dieses im Breitensport, Rehabilitationssport, Schulsport, Rehabiltations- oder Leistungssport ohne gesundheitliche Risiken, aber mit den gewünschten muskulären Effekten durchführen zu können. Einer dieser Fragen geht Andreas Greiwing in seiner Dissertation nach, die sich mit den Auswirkungen der Variation unterschiedlicher Belastungsnormative des Krafttrainings befasst. Er untersucht die Wirkungen eines variierenden Trainingsumfangs, des Einsatz-Trainings im Vergleich zum Mehrsatz-Training. Außerdem wird auch die Belastungsintensität als Normativ untersucht, wenn das High-Intensity-Training in das Untersuchungsdesign einbezogen wird. Innerhalb der dreimonatigen wissenschaftlichen Untersuchung mit 17 Probanden aus Fitnessstudios geht es ihm um die Wirkungen auf die isometrische Maximalkraft, die Kraftausdauer und die Muskeldicke des vierköpfigen Oberschenkelstreckers. Die vorgestellten Ergebnisse werden sehr differenziert nach dem Ziel des Krafttrainings sowie nach dem sportlichen Leistungsniveau der Trainierenden betrachtet. Während für Untrainierte anfänglich ein Einsatz-Training durchaus empfohlen wird, da sich so eine problemlose Kombination mit Ausdauertraining gestalten lässt, sollte im Leistungssport die Mehrsatz-Trainingsmethode dominieren. In diesem Bereich kann die Einsatz-Trainingsmethode dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn das Trainingsziel in der Erhaltung der Maximalkraft besteht oder der inhaltliche Trainingsschwerpunkt so gewählt wurde, dass ein Mehrsatz-Training nicht möglich ist. Letztlich erscheint es auch bedenkenswert, die Einsatz-Methode in Wettkampfphasen zu nutzen, um die Gefahr von Fehl- und Überbelastungen zu minimieren. Hinsichtlich der Nutzung des High-Intensity-Trainings ist unbedingt auf die Einhaltung ausreichend langer Regenerationszeiten zu achten, da ansonsten mit deutlich negativen Wirkungen gerechnet werden muss. Der Autor macht ebenso darauf aufmerksam, dass die Wahl der geeigneten Trainingsmethode vom sportartspezifischen Ziel abhängig ist. In Sportarten wie Ringen oder Boxen, in denen durch Krafttraining eine Verbesserung der Maximalkraft angestrebt wird, ohne gleichzeitig eine zu starke Muskelhypertrophie zu verursachen, bietet sich die Einsatz-Methode eher an, da die metabolische Situation im Muskel durch dieses weniger stark beeinflusst wird als durch das Mehrsatz-Training. Diese Aussage liefert andererseits einen Hinweis darauf, woher die ansonsten festgestellten größeren muskulären Wirkungen des Mehrsatz-Trainings rühren können.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2007
Ausgabe:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2007. - 332 S.
Seiten:332
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch