Effektives Fitnesstraining. 1-Satz- vs. 3-Satz-Training

Das Training der Kraft gehört in allen Bereichen zum Kernbereich, wobei natürlich das aktuelle Leistungsniveau der Trainierenden, das formulierte Trainingsziel, die zur Verfügung stehenden zeitlichen, räumlichen, gerätemäßigen und personellen Rahmenbedingungen Einfluss auf die Wahl der Trainingsmethode, des Trainingsumfangs oder der Trainingsintensität nehmen. Mit dem Thema haben sich in der Vergangenheit auch eine Vielzahl sportwissenschaftlicher Studien zu sehr unterschiedlichen Problemen befasst. In den Vorstudien zu seiner Untersuchung wurden vom Autor 43 Arbeiten ausgewählt, die sich mit einem sehr spezifischen Problem des Krafttrainings auseinander setzten: der Satzzahl, die im Krafttraining eingesetzt wird. es zeigte sich, dass das ein sehr kontrovers diskutiertes Thema ist und die vorliegenden Studien sowohl in ihrem Design als auch in der Qualität der Aussagen sehr stark von einander abweichen. grundsätzlich schlägt Hartmut Humburg die Unterteilung der bisherigen Studien nach folgendem Raster vor: 1. Studien mit ungenügender Kontrolle der Variablen 2. Studien mit Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung 3. Studien mit kurzer Dauer 4. Studien mit verschiedenen Trainings- und Testmodalitäten 5. unpublizierte Studien 6. Studien mit anderem inhaltlichen Fokus. Schon die Gliederung weist auf erhebliche Probleme und Defizite hin, die der Autor in einer sehr detaillierten und umfassenden Diskussion der einzelnen Studien beschreibt. Ausgehend von der dabei auch beschriebenen inhaltlichen Ausgangssituation, dem aktuellen Stand der wissenschaftlichem Diskussion zum Thema 1-Satz- vs. 3-Satz-Training entwickelte er ein Cross-Over-Untersuchungsdesign, um eine differenzierte Auswertung von Trainingseffekten zu ermöglichen. Insgesamt 29 Probanden im Alter von 16 bis 33 Jahren beteiligten sich an einem mehrwöchigen Trainingsexperiment, bei dem, nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Gruppen, entweder mit der 1-Satz- oder der 3-Satz-Methode Krafttraining absolvierten. Zwischen zwei jeweils neunwöchigen Trainingsphasen mit jeweils drei Trainingseinheiten pro Woche wurde eine Wash-Out-Phase von ebenfalls neun Wochen gelegt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Steigerung der Maximalkraft im Anfängerbereich mit beiden Krafttrainingsvarianten möglich ist und sich annähernd gleich vollzieht. Diese Aussage verliert aber im Verlauf des Krafttrainings ihre Richtigkeit, wobei der Zeitpunkt, ab dem sie nicht mehr zutrifft, sehr individuell zu sein scheint. Ab diesem Zeitpunkt kommt es mit der 1-Satz-Methode zur Leistungsstagnation, während mit dem Mehr-Satz-Training weiterhin Fortschritte möglich sind. Auch zeigt sich, dass ein periodisiertes Krafttraining weit effektiver ist, um das Adaptationspotential zur Entwicklung der Maximalkraft auszuschöpfen, als ein unperiodisiertes Training. In der Zusammenfassung seiner Ergebnisse fordert Hartmut Humburg eine breit angelegte Diskussion zu den gegenwärtig eingesetzten Krafttrainingsmethoden, die weit über die Frage der Satzzahl hinausgeht.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2007
Ausgabe:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2007. - 148 S.
Seiten:148
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch