Einfluss der Trittfrequenz auf die zentralnervale Aktivierung im Radsport
Einleitung
Die Bedeutung der zentralnervalen Aktivierung bei Ausdauerbelastungen wurde aufgrund der Erfassungsschwierigkeiten bisher nur wenig untersucht. Ziel der hier vorgestellten Untersuchungen war es, den Einfluss der Trittfrequenz im Radsport auf die Hirnaktivität zu charakterisieren. Erwartet wird, dass Trittfrequenzveränderungen unterschiedlich hohe Aktivierungsniveaus im zentralnervalen Bereich hervorrufen.
Methode
16 Radsportler absolvierten eine 60 minütige Dauerbelastung bei 90% der individuellen anaeroben Schwelle auf einem Hochleistungsergometer. Alle 10 Minuten wurde die Trittfrequenz verändert (90 -> 120 -> 60 -> 120 -> 60 -> 90 U/min). Zur Analyse zentralnervaler Veränderungen wurde die Elektroenzephalografie (EEG) mit 32 aktiven Elektroden fixiert in einer Haube verwendet. Das Frequenzspektrum der Signale wurde in 6 Bereiche (6: 1,5-3,5 Hz; 6: 3,5-7,5 Hz; a1: 7,5-10 Hz; a2: 10-12,5 Hz; ß1: 12,5-18 Hz; ß2: 18-32 Hz) unterteilt und die absolute Leistung (uV2) quantitativ analysiert. Weiterhin wurden die Herzfrequenz (HF), das Laktat (La) und das subjektive Belastungsempfinden (RPE) erfasst.
Ergebnisse
In den a- und ß-Frequenzbereichen konnten deutliche Zusammenhänge mit den unterschiedlichen Trittfrequenzen analysiert werden. Hierbei zeigten sich die größten Veränderungen und höhere Werte im a1- und a2-Bereich bei einer Trittfrequenz von 120 U/min im Vergleich zu 90 und 60 U/min. Die Werte der peripheren Belastungsparameter La, HF und RPE zeigten einen deutlichen Zusammenhang zu den Veränderungen der Hirnaktivität und waren stets höher bei 120 U/min. Der artefaktanfällige niedrige 5-Frequenzbereich konnte durch den Einfluss der Trittfrequenz von 120 U/min (2 Hz) aufgrund der Störeinflüsse nicht ausgewertet werden.
Diskussion
Die analysierten EEG-Daten belegen, dass eine differenzierte Bewertung der zentralnervalen Aktivierung bei unterschiedlichen Trittfrequenzen im Radsport unter Laborbedingungen möglich ist, sofern standardisierte und weitgehend störungsfreie Untersuchungsbedingungen geschaffen werden. Die Trittfrequenz hat als eigenständiges Belastungsnormativ einen direkten Einfluss sowohl auf metabole, kardio-pulmonale als auch auf zentralnervale Parameter.
© Copyright 2010 Bewegung und Leistung - Sport, Gesundheit & Alter : 8. Gemeinsames Symposium der dvs-Sektionen Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft vom 2.-4. September 2010 in Hamburg. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Bewegung und Leistung - Sport, Gesundheit & Alter : 8. Gemeinsames Symposium der dvs-Sektionen Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft vom 2.-4. September 2010 in Hamburg |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Feldhaus, Ed. Czwalina
2010
|
| Schriftenreihe: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 204 |
| Seiten: | 31 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch mittel |