4014163

Leipziger Thesen zum Nachwuchstraining 2006

(Leipzig theses on youth training 2006)

Diskussionsstandpunkte zum Workshop "Nachwuchstraining in Deutschland: Probleme - Ziele - Lösungsstrategien aus der Sicht von Traininigspraxis und Trainingswissenschaft" Nachwuchstraining ist systematisches und planmäßig geführtes Voraussetzungstraining für künftige Spitzenleistungen. Es ist getragen von der ständigen Erweiterung des Potentials an grundlegenden koordinativen, technischen, technisch-taktischen und konditionellen Leistungsvoraussetzungen. Dadurch werden der Anpassungsspielraum und die Belastbarkeit des gesamten Organismus gegenüber steigenden spezifischen Trainingsreizen durch veränderte Muster der motorischen Steuerung und durch Kapazitätserweiterung der Funktionssysteme systematisch vergrößert. Die Systematik des langfristigen Leistungsaufbaus erfordert es, die Trainingsetappen Grundlagen-, Aufbau- und Anschlusstraining nicht als einfache Summe selbständiger Teile dieses Prozesses anzusehen, sondern als einen in sich geschlossen, zielbestimmt gesteuerten Entwicklungsprozess zur Vorbereitung sportlicher Spitzenleistungen. Ausgelöst durch die dynamische Entwicklung von Wettkampfleistungen im internationalen Maßstab (also des perspektivischen Trainingsziels) muss auf der Ebene des Trainingssystems konzeptionelle Arbeit geleistet werden. Bereits bekannte Bestandteile des Systems müssen erneut geprüft, begründet und eingeordnet, ihre Dynamik und Wechselbeziehung neu bestimmt werden. Als besonderes Problem im langfristigen Leistungsaufbau deutscher Sportler erweist sich die systematische inhaltliche und belastungsmethodische Vorbereitung junger Sportler für einen reibungslosen Übergang vom Anschluss- zum Hochleistungstraining. Hieraus leitet sich die Forderung ab, Rahmentrainingskonzepte bzw. -pläne für den langfristigen Leistungsaufbau zu evaluieren und kontinuierlich fortzuschreiben. Die Erarbeitung und Evaluierung von Rahmentrainingskonzepten bzw. -plänen, die Festlegung der Kader-Alters-Struktur sowie die Bestimmung bundeseinheitlicher Kaderkriterien auch für den D-Kader sind Bestandteile der Richtlinienkompetenz der Spitzenfachverbände für den langfristigen Trainings- und Leistungsaufbau und liegen in deren Verantwortung.
© Copyright 2006 Published by Eigenverlag. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:junior sports sport history and sport politics endurance sports strength and speed sports sport games combat sports
Language:German
Published: Leipzig Eigenverlag 2006
Online Access:http://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/archiv/veranstaltungen/2006/ThesenWorkshop2006.pdf
Document types:article
Level:advanced