Genetik und Griffkraft bei Elite-Athlet:innen - erste Ergebnisse aus in:prove

(Genetics and grip strength in elite athletes - first results from in:prove)

Einleitung Im Spitzensport spielt die Maximalkraft eine bedeutende Rolle für die Leistungsfähigkeit. Die Griffkraft (GK) gilt als valider Prädiktor (Cronin et al., 2017). Der Zusammenhang zwischen spezifischen Genvarianten (Einzelnukleotid-Polymorphismen; SNPs) und Ausprägung der Maximalkraft ist von Interesse, da ein Teil der Maximalkraftleistung erblich sein könnte (Semenova et al., 2023). Da dies bei Elite-Athletinnen nur unzureichend untersucht wurde, ist genau dies das Ziel dieser Studie. Methoden Insgesamt wurden 346 deutsche Elite-Athlet:innen (n männlich = 186) genotypisiert und einer GK-Messung unterzogen. Mittels Spearman-Korrelation wurde der Zusammenhang zwischen ausgewählten SNPs (n = 38, z. B. ACTN3, PPARGC1A, UCP2) und der GK berechnet. Für eine polygene Analyse wurde ein Total Genotype Score (TGSsig) unter Verwendung der SNPs berechnet, die eine signifikante Korrelation mit der GK aufwiesen. Die prädiktive Rolle des TGSsig auf die GK wurde mittels linearer Regression analysiert. Ergebnisse Während bei Frauen SNPs für die Gene CHRNB3, E2F3, GALNTL6, PPARA und UCP2 signifikant mit der GK zusammenhängen (p < .05), sind es bei Männern SNPs für die Gene ACTN3, CDKN1A, GDF5, HIF1A, ILRUN, MLN und PPARGC1A (p < .05). Die Ergebnisse der linearen Regression zeigen, dass der TGSsig sowohl bei Männern als auch bei Frauen ein signifikanter Prädiktor der GK ist (p < .001). Der TGSsig erklärt bei Frauen etwa 11 % (korrigiertes R2 = .11) und bei Männern etwa 15 % (korrigiertes R2 = .15) der Varianz der GK. Diskussion Ein Teil der Varianz in der GK kann durch den Genotyp erklärt werden, was darauf schließen lässt, dass ein Teil Maximalkraft genetisch determiniert ist. Ein hoher Anteil der Varianz bleibt durch den Genotyp jedoch unerklärt. Hierbei scheinen Umweltfaktoren oder Gen-Umweltinteraktionen, die sich durch z. B. spezifische Trainingsmodalitäten auszeichnen, von Bedeutung zu sein, was im weiteren Verlauf des Projekts genauer untersucht werden soll.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences training science
Tagging:Polymorphismus Genotyp Griffkraft
Published in:13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport"
Language:German
Published: Augsburg Universität Augsburg 2024
Online Access:https://assets.uni-augsburg.de/media/filer_public/73/02/7302604c-76c2-4f50-9711-05b92298faa5/abstractband_zum_13_dvs-sportspielsymposium_2024_in_augsburg.pdf
Pages:96
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