Bedeutung von Vitamin D im Sport: Reduziert ein Mangel die Leistungsfähigkeit?

Einleitung: Vitamin D spielt eine Rolle in der Kalziumhomöostase und beeinflusst die Expression von über 900 Genen mit Folgen für die muskuloskelettale Gesundheit und Funktion. Darüber hinaus konnten durch Nachweis des Vitamin D-Rezeptors (VDR) in vielen Geweben des Organismus weitere Effekte von Vitamin D beobachtet werden. Material und Methoden: Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Literatur im Hinblick auf die Bedeutung von Vitamin D für die muskuloskelettale Gesundheit und die maximale sportliche Leistungsfähigkeit untersucht. Ergebnisse und Diskussion: Die hohe Prävalenz für einen Vitamin D-Mangel, die bereits aus der Allgemeinbevölkerung bekannt ist, konnte für Athleten unterschiedlicher Sportarten bestätigt werden. Somit ergibt sich eine Relevanz für den Leistungssport. Hierfür sind u.?a. die geografische Lage, das vorherrschende Klima, die Tages- und Jahreszeit sowie die Sportart (Indoor/Outdoor) verantwortlich. Es konnten Zusammenhänge zwischen verschiedenen Serumkonzentrationen von 25-OH-D3 und unterschiedlichen Aspekten des Leistungssports beobachtet werden. So gewährleistet eine Serumkonzentration oberhalb von 30ng/ml eine regelrechte Mineralisation der Knochenmatrix und trägt entscheidend zur Knochengesundheit bei. Auch konnte in diesem Bereich ein positiver Zusammenhang mit einer beschleunigten Regeneration der muskulären Kraft gezeigt werden. Höhere Werte, oberhalb von 40?ng/ml, hatten einen protektiven Effekt bei der Genese von Stressfrakturen. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit vermuten Forscher Werte von >-50ng/ml als Voraussetzung für die Entwicklung der maximalen körperlichen Leistung. Während der Nutzen von höheren Serumkonzentrationen umstritten ist, zeigen sich deutliche Defizite der Mineralisation (Rachitis, Osteomalazie) und muskulären Funktion (Reversible Myopathie) bei Unterschreiten einer Konzentration 30ng/ml. Schlussfolgerung: Sportmedizinische Untersuchungen sollten die laborchemische Bestimmung von 25-OH-D3, Kalzium, Kreatinin und Parathormon enthalten und somit die Vitamin D-abhängige Kalziumhomöostase adressieren. Im Falle eines Mangelzustandes kann durch Optimierung der Lebensweise und ggf. orale Substitution von Cholecalciferol eine Normalisierung auf >-30ng/ml herbeigeführt werden. Eine solche Konzentration zeigt einen protektiven und leistungssteigernden Effekt. Sie ist wichtig für die Wiederherstellung und Erhaltung der muskuloskelettalen Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2017
Online-Zugang:https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0042-121748
Jahrgang:31
Heft:1
Seiten:37-44
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch