Der "intelligente" Sportverein: Eine empirische Untersuchung zum Wissensmanagement im Sportverein
Sportvereine sind angesichts der heutigen schnelllebigen Wissensgesellschaft mit der wachsenden Bedeutung von Wissen als zentrale Ressource für die Leistungserstellung konfrontiert: Wissen wird zum zentralen Produktionsfaktor und dessen Management zur notwendigen Kernkompetenz. Auch Sportvereine müssen angesichts des herrschenden Legitimationsdrucks, Wissen als kritische Ressource begreifen, sorgfaltig managen und als Grundlage für ihre Entscheidungsfindung nutzen. Wissensbasierte Entscheidungen sind die Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Handlungsfähigkeit und damit für das Überleben der Sportvereine als wichtigster Sportanbieter in Deutschland. Vor diesem Hintergrund kristallisieren sich für die vorliegende Arbeit folgende Fragen heraus: Wie ist der Status Quo bezüglich Wissensmanagement im Sportverein? Inwiefern beeinflussen unterschiedliche Ausgangssituationen der Sportvereine sowohl die wissensbasierten Strukturen als auch Prozesse und damit die Entwicklung von Sportvereinen? Zur Beantwortung dieser Fragen wird mittels quantitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden eine explorativ-deskriptive Analyse der wissensbasierten Strukturen und Prozesse sowie der damit verbundenen Entwicklung von Sportvereinen durchgeführt. Im Rahmen einer Online-Befragung werden Vorstandsmitglieder und Vereinsfunktionare südbadischer Sportvereine zum Wissensmanagement in ihrem Verein befragt. Der Fragebogen erfasst die Situation, die Strukturen und Prozesse sowie das Verhalten der Mitglieder innerhalb dieser Strukturen. Außerdem sind Fragen zu speziellen Maßnahmen der Sportvereine zum Informationsaustausch und zur Wissensgenerierung im Fragebogen enthalten. Insgesamt liegt die Beteiligung bei der Befragung bei n = 754 Sportvereine. Neben einer deskriptiven Analyse zur Erkundung und Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes erfolgt mittels Korrelationsanalyse eine Überprüfung der Modellzusammenhänge. Für eine vertiefende Betrachtung werden, basierend auf einer Clusteranah/se, Sportvereinstypen mittels Varianzanalyse auf Gruppenunterschiede im Umgang mit Wissen analysiert. Im Hinblick auf die Wissensschalfung im Sportverein ist zu konstatieren, dass diese vorwiegend auf informellen, nicht steuerbaren Prozessen beruht. Bei der Formalisierung von wissensbasierten Strukturen und Prozessen sind Potentiale zu erkennen. Dabei wirkt sich fast ausschließlich die interne Situation auf die wissensorientierten Strukturen und Prozesse aus. Die externe Umweltsituation spielt kaum eine Rolle. Diese Ergebnisse werden durch die varianzanalytische Betrachtung der Sportvereinstypen bestätigt. Hier ist auffallend, dass die kleinen Einspartenvereine und die großen Vereine Ähnlichkeiten in ihrem Umgang mit Wissen aufweisen. Im Gegensatz dazu sind es hauptsächlich die mittelgroßen Vereine, die sich im Wissensmanagement von den großen und kleinen Einspartenvereinen unterscheiden.
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| Notationen: | Leitung und Organisation |
| Tagging: | Wissensmanagement |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Konstanz
Universität Konstanz
2014
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| Online-Zugang: | http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-290583 |
| Seiten: | 277 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |