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Der Einfluss des pH-Wertes auf die Erregbarkeit der Muskulatur und die Entwicklung muskulärer Ermüdung bei hoch intensiver Intervallarbeit mit einer kleinen Muskelgruppe

(The influence of pH on the excitability of the muscles and the development of muscle fatigue in high intensity interval work with a small muscle group)

In den letzten Jahren wurde, entgegen der Jahrzehnte vorherrschenden Ansicht, dass eine Azidose zur muskulären Ermüdung beiträgt, in einigen in vitro Studien gezeigt, dass eine Azidifizierung einen protektiven Effekt auf die Erregbarkeit und Kraft hat. Eine Übertragung der Ergebnisse auf in vivo Bedingungen erscheint in Anbetracht teils nicht physiologischer in vitro Versuchsbedingungen zweifelhaft. Vor diesem Hintergrund führten unsere Versuchspersonen hoch intensive Intervallarbeit (10 Intervalle mit maximaler Intensität, 15 s Belastung, 45 s Pause) mit einer kleinen Muskelgruppe unter unterschiedlichen Säuren-Basen-Bedingungen durch. Die Veränderung des Säuren-Basen-Status erfolgte respiratorisch (CQ2-Rückatmung; Hyperventilation), metabolisch (Zufuhr von Puffersubstanzen: NaHCO3, NH4CI) sowie durch eine vorhergehende Fahrradbelastung (pH-Bereich im venösen Blut vor Beginn der Belastung: 7,425 -7,200), Zur Differenzierung zwischen Effekten auf den zentralen Antrieb und die muskuläre Erregbarkeit wurden das Elektromyogramm (EMG) und das Summenaktionspotenzial nach Stimulation (M-Welle) aufgezeichnet. Eine respiratorische Azidose führte, trotz vermehrter Abnahme der Fläche der M-Welle, zu einer verminderten Abnahme der Leistung. Dies ist vermutlich auf zentrale oder intrazelluläre Einflüsse zurückzuführen. Die metabolischen Azidosen hatten keinen Einfluss auf die Leistung und die Fläche der M-Welle. Eine Alkalose führte zu einer verminderten Abnahme der Fläche der M-Welle während der Belastung, die vermutlich auf eine Aktivierung der Na+/K+-Purnpe zurückzuführen ist, aber keinen Einfluss auf die Leistung hatte. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen den Veränderungen im pH-Wert, der Erregbarkeit und der Leistung bei hoch intensiver Intervallarbeit mit einer kleinen Muskelgruppe. Diese Ergebnisse sind nicht nur für die Grundlagenforschung im Bereich der muskulären Ermüdung, sondern auch für sportpraktische Aspekte, wie die Planung von Trainingseinheiten von Bedeutung.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science biological and medical sciences
Language:German
Published: Hannover Gottfried Wilhelm Leibnitz Universität Hannover 2011
Online Access:http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh11/670441716.pdf
Pages:226
Document types:dissertation
Level:advanced