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Das Sportherz

1899 stellte der finnische Arzt Henschen perkutorisch bei Skilangläufern eine Herzvergrösserung fest, die er als Sportherz bezeichnete. Das Sportherz ist ein harmonisch vergrössertes Herz, da alle Herzhöhlen betroffen sind. Die vermehrte Volumenbelastung durch sportliche Betaetigung führt zu einer Dilatation und Hypertrophie (exzentrische Hypertrophie). Die Herzvergrösserung bedeutet Leistungsreserve und damit erhöhte Leistungsfähigkeit, während sie bei Herzpatienten einen Kompensationsmechanismus darstellt. Aufgrund einer Vielzahl von Untersuchungen an Herzen von Hochleistungssportlern besteht heute weitgehend Konsens, dass ein vergrössertes Sportherz gesund ist und einen physiologischen Anpassungsvorgang bedeutet. Fazit: - Ein vergrössertes Sportherz ist auch bei Leistungssportlern weniger häufig als allgemein angenommen wird. Voraussetzung ist ein hoher Ausdaueranteil im Training und Wettkampf. - Die echokardiographischen Veraenderungen des linken Ventrikels sind im Vergleich zu pathologischen Zuständen nur gering ausgeprägt, die diastolische linksventrikulaere Funktion bleibt immer normal. - Auch bei anscheinend gesunden Sportlern sollten ein enddiastolischer Durchmesser des Iinken Ventrikels >60 mm und Kammerwanddicken >13 mm differenzialdiagnostische Überlegungen veranlassen. - Kraftsport führt normalerweise zu keinen verdickten Kammerwänden. Eine konzentrische Hypertrophie ist pathologisch und nicht sportbedingt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft09/standint0900.pdf
Jahrgang:51
Heft:9
Seiten:307-308
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel