Sportpsychologie: Die 100 Prinzipien
Der Platz der Psychologie und ihr Einfluss in den unterschiedlichen Domänen des Sports sind unbestritten. Schon wenn Eltern mit ihren Kindern beginnen, sportlich aktiv zu sein, wenn die Mädchen und Jungen in der Schule oder im Sportverein ihre "ersten Schritte" im Sport gehen, spielen psychologische Aspekte wie Emotionen oder Motivationen einen wesentlichen Part. Diese Integration psychologischer Aspekte in das sportliche Handeln, in Kombination mit trainingswissenschaftlichen Themen beim Erwerb körperlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten und mit sportmedizinischen Fragen von Gesundheit oder Belastbarkeit sind aus dem täglichen Sportbetrieb, aus Training und Wettkampf wie auch aus der modernen Sportwissenschaft nicht mehr wegzudenken.
Sportpsychologisches Wissen in der sportlichen Praxis sinn- und wirkungsvoll zum Einsatz zu bringen, erfordert vom Übungsleiter, Trainer, Sportlehrer, Physiotherapeuten oder auch vom Sportler selbst, sich intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen. Dazu ist sicherlich ein gewisser theoretischer Grund wichtig, der aber stets mit dem lebendigen Sport in Verein, Schule, Studio oder Freundeskreis verbunden sein sollte. Diesen engen Praxisbezug auf einer gesicherten wissenschaftlichen Grundlage für die Sportpraktiker in leicht verständlicher und thematisch klar gegliederter Form aufzuarbeiten, hat sich Thomas Meyer mit seinen 100 Prinzipien der Sportpsychologie zum Ziel gestellt. Dabei verweist er bereits in den einführenden Bemerkungen darauf, dass die Prinzipien bei aller von ihnen ausgehenden Handlungsorientierung stets Raum für Weiterentwicklung und Widerspruch, für Individualität und abweichende Erfahrungen lassen. Aus einem reichen Erfahrungsschatz im Sport und der Sportwissenschaft schöpfend bietet das Buch den Lesern leicht verständliche und gut in den Übungs-, Trainings- und Wettkampfprozess zu integrierende Vorschläge zum Umgang mit wichtigen Themen des Sports. Da treffen wir auf die Geschlechts- und Altersproblematik, auf den Charakter von Training und Wettkampf oder auf psychologische Verfahren wie Yoga und mentales Training. Weitere Themen greifen einzelne Handlungsmuster auf und diskutieren diese: Mut, Angst, Frustration, Arroganz oder Aggression sind hier beispielhaft zu nennen. Der Autor beschäftigt sich aber in gleicher Weise mit den (psychologischen) Besonderheiten einzelner Sportartengruppen wie den Kampf- und Kunstsportarten, die für die Sportlerinnen und Sportler besondere Herausforderungen darstellen. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Gestaltung der sozialen Beziehungen mit anderen Mitgliedern der Trainingsgruppe oder des Teams, mit dem Trainer oder Schiedsrichter. Die engen Beziehungen zwischen sportlicher Praxis, Sportpsychologie und Medizin werden deutlich, wenn Prinzipien für den Umgang mit Verletzungen, für die Bewältigung von Essstörungen oder die psychologische Begleitung von Therapien und der Rehabilitation vorgestellt werden.
Dass sich die beiden abschließenden Themen mit dem Karriereende und dem sich daran anschließenden Alltag auseinandersetzen, ist nur die konsequente Verfolgung dieses Praxisbezugs, denn für nicht wenige Sportlerinnen und Sportler ist gerade der Abschied vom regelmäßigen Sport, der ihnen so viel bedeutet, ein sehr schwerer Schritt, der durch eine wirkungsvolle psychologische Begleitung unterstützt werden kann.
Die 100 Prinzipien wurden so geschrieben, dass insbesondere Trainingspraktiker und SportlerInnen selbst schnell den Kern des jeweiligen Prinzips erfassen können, ihn mit ihren Erfahrungen und Vorstellungen "abgleichen" können und eigene Handlungsstrategien entwickeln können. Durch die vermerkten Querverweise zu den verschiedenen Themen ist auch eine komplexere Betrachtung innerhalb des sportpsychologischen Prinzipienkanons möglich.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
München
Copress
2011
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| Ausgabe: | München: Copress, 2011.- 224 S. |
| Seiten: | 224 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |