Sportorganisationen - Verstehen und gestalten
Der Sportbetrieb in Deutschland wird ganz wesentlich durch seine Sportorganisationen auf den verschiedenen Ebenen geprägt. Da gibt es beispielsweise den Deutschen Sportbund und das Nationale Olympische Komitee für Deutschland als Dachorganisationen, nicht weniger als 55 Spitzenfachverbände mit Verantwortung für eine Sportart, die Landes-, Bezirks- und Kreissportbünde, aber auch die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft oder den Deutschen Sportlehrer Verband, um nur einige wenige zu nennen. Nicht vergessen werden dürfen natürlich die vielen Sportvereine, in denen sich mehr als 25.000.000 Sportlerinnen und Sportler organisiert haben. Diese Vielfalt an Organisationen mit ihrem vitalen Innenleben und den vielfältigen Beziehungen auf einer Organisationsebene sowie zwischen den Organisationen verschiedener Ebenen, erfordert rechtliche Bestimmungen wie auch "informelle" Normen, die als Regularien dafür dienen, um Entscheidungen und Handlungen der Sportorganisationen zu gestalten. Der vorliegende Band gibt einen Überblick zu einer Vielzahl der Fragen, die mit dem Wirken der Sportorganisationen in Deutschland verbunden sind. Als Ausgangpunkt wird die Einordnung der Organisationen in verschiedene gesellschaftliche Umgebungen vornimmt und diese auch im Kontext unterschiedlicher theoretischer Modelle (Maschinenmodell, Systemmodell, interaktionistisches Modell, Organisationen als politische Arena) diskutiert. Davon abgeleitet werden grundlegende Probleme des Wirkens der Sportorganisationen als Rechtskörper (mit verschiedenen Rechtsformen und Organisationsmustern) vorgestellt. In der Folge werden unter dem Schlagwort der sozialen Architektur einer Sportorganisation die sehr vielschichtigen Ziele von Sportorganisationen beschrieben und die sich daraus ableitenden Konsequenzen für Strukturen, Entscheidungsprozedere und Wege der Umsetzung in die Praxis vorgestellt. Hinzu kommen weitere Besonderheiten, die sich aus der jeweiligen spezifischen Organisationskultur ergeben, die sich aus den Motiven, Emotionen, Einstellungen, Kompetenzen, Interessen und Erfahrungen der Mitglieder sowie aus der Organisationsgeschichte ergeben können. Diese werden, da sie eine wichtige Rolle für das Alltagsleben der Sportorganisationen unter dem Stichwort "Sportorganisatioen als Personenvereinigung" sehr differenziert präsentiert. Dieses Kapitel hat eine sehr hohe Relevanz für das Gesamtthema, da es insbesondere die handelnden Personen, die Mitglieder einer Organisation, sind, die über die Entwicklung bestimmen. Sie müssen gemeinsam Konzepte und Regeln entwickeln, müssen Konflikte bewältigen oder Funktionen innerhalb der Organisation ausfüllen. Letztlich befasst sich der Autor mit den Umfeldbeziehungen, die eine Sportorganisation entwickelt und mit Leben ausfüllen muss. Gerade Sportorganisationen verfügen über sehr vielschichtige Beziehungen z.B. in den öffentlichen Sektor (kommunale Verwaltungen, Schulen etc.), in die Wirtschaft (Sponsoring) oder den wissenschaftlichen Bereich (Medizin, universitäre Sportwissenschaft), die ihnen vielfältige Möglichkeiten schaffen, die gleichzeitiger auch von den Sportorganisationen ein hohes Maß an Beitragsfähigkeit abverlangen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften Sportgeschichte und Sportpolitik |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2004
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| Ausgabe: | Schorndorf : Hofmann Verlag , 2004.- 296 S. |
| Schriftenreihe: | Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 145 |
| Seiten: | 296 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |