Belasteter Geist - Gefährdeter Körper - Sport, Stress und Gesundheit im Kindes- und Jugendalter

Stress und Gesundheit im Kindesalter sind die beiden zentralen Kategorien, mit denen sich der Autor dieser, erfolgreich als Dissertation verteidigten, Arbeit auseinandersetzt. Er geht dabei einer Reihe von Fragen nach, in welcher Weise Sport Einfluss darauf nimmt bzw. nehmen kann, dass Stress entsteht, dass Stress vermieden oder abgebaut werden kann. Diese Betrachtungsweise schließt auch weitere Faktoren neben dem Sport ein, von denen angenommen werden kann, dass sie in ähnlicher Weise wirken (können). In diesem Zusammenhang wird gefragt, ob der Sport alleine isoliert wirkt oder ob Wirkungen eher von einer Verbindung verschiedener Faktoren ausgehen, in die auch sportunabhängige Ressourcen und Strategien einfließen. Zur theoretischen Grundlegung der Arbeit stellt der Autor eine Auseinandersetzung mit den Begriffen von Gesundheit und Stress und den verschiedenen Perspektiven ihrer Betrachtung (der Sport bildet dabei eine Perspektive) an den Anfang seiner Erörterung, der sich die definitorische Klärung und Beschreibung des Stressprozesses und der Stressbewältigung anschließt. Damit ist die Basis dafür geschaffen, um sich altersspezifischen Problemen zuzuwenden. Die spezifische Bedeutung des Stress in der Kindheit und Jugend ergibt sich daraus, dass er zu den Altersabschnitten gehört, der durch ein ständiges Spiel zwischen Stressentstehung und Stressbewältigung gekennzeichnet ist und die Betroffenen sich erst schrittweise Erfahrungen im Umgang damit aneignen. Hier sind auch Differenzierungen zum Erwachsenenalter zu erkennen. In der empirischen Untersuchung wird diesen Problemen dann in einer Befragung von mehr als 3000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 bis 20 Jahren (Durchschnittsalter 15,6 Jahre) aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg nachgegangen. Dabei wurden folgende Merkmale zum Thema Stress und seiner Bewältigung erhoben: - soziale Determinanten - Stressindikatoren - sportunabhängige Bewältigungsindikatoren - sportive Bewältigungsindikatoren - Gesundheitsindikatoren und auf ihre Wechselbeziehungen hinsichtlich Abhängigkeiten und dem Einfluss des Sports auf die Stress-Gesundheits-Beziehung. Die Ergebnisse belegten u. a., dass nicht alle, anfangs angenommenen, Hypothesen zum Einfluss des Sports auf die Entstehung und Bewältigung stressbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen von Kindern und Jugendlichen aufrecht erhalten werden konnten. Die bewusste, aktive Nutzung des Sports zur Bewältigung steigender Stressgrade war nicht zu belegen. Nur in Einzelfällen, bei sportlich sehr aktiven Probanden, die auch in festen Organisationsstrukturen verankert waren, konnte das gezeigt werden. Daraus wurde u. a. geschlussfolgert, dass noch zu wenig Wissen über die Stress bewältigenden Einflüsse des Sports bestehen und hier zweifelsohne ein Feld weitergehender wissenschaftlicher Untersuchungen liegt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf Hofmann Verlag 2004
Ausgabe:Schorndorf : Verlag Karl Hofmann , 2004.- 255 S.
Schriftenreihe:Forum Sportwissenschaft, 9
Seiten:255
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel