Bewegende Ereignisse

Die Motorik hat zwar eine sehr komplexe Wirkung auf das Leben des Menschen von ihrer Geburt bis ins hohe Alter, die Ergebnisse der Motorikforschung aber gehören bekanntermaßen zu den wissenschaftlich-theoretisch sehr anspruchsvollen Bereichen. Der vorliegende Band stellt den Teil I der vom Autor erarbeiteten Habilschrift dar (Teil II umfasst die Präsentation empirischer Erkenntnisse und wurde nicht veröffentlicht). Das Grundanliegen besteht dabei darin, den Ablauf von Bewegungen, ihr Auslösen durch das Anstreben eines Effekts tiefer zu verstehen. Das geschieht, indem wichtige Bereiche der Sensomotorik, der "artifiziellen" wie der "organismischen", einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. In diesem Zusammenhang werden auch die Unterschiede betrachtet, die zwischen der Robotic und den für Fortpflanzung und Überleben konzipierten Systemen existieren, woraus sich wichtige Grenzen in der Übertragbarkeit von Modellvorstellungen ergeben. In der Folge erläutert der Autor den Zusammenhang der Vorstrukturierung in Motivations-, Emotions- und Sensomotoriksysteme als Voraussetzung der Lernfähigkeit. Dabei wird auch deutlich, dass nicht direkt auf die "tatsächliche" (Um)Welt zugegriffen werden kann, sondern dass sich deren subjektive Gestalt aufgrund der wahrgenommenen Konsequenzen eigener Eingriffe offenbart. Hier geht es um die Theorie internaler Modelle wie auch das Vorwärtsmodell, um die Frage zu beantworten, was getan werden muss, damit etwas Bestimmtes passiert. Motorisches Lernen wird daher als Optimierung des Zusammenspiels internaler Modelle verstanden, indem zunehmend sicherer vorausgesagt werden kann, welche Effekte wie angesteuert werden können. Dieses theoretische Konstrukt wird im zweiten Teil des Buches anhand ausgewählter Beispiele mehrdimensionaler Bewegungsaufgaben in der Praxis untersucht. Dies erfolgt unter unterschiedlichen Gesichtspunkten, zu denen u.a. - Aspekte der Bewegungskontrolle in der Zeit - die Rolle impliziter und expliziter Prozesse - die Verkettung einzelner Verhaltensakte sowie - Effekte der aufmerksamen Überwachung bewegungs- und effektbezogener Ereignisse der entstehenden "sensomotorischen Ereigniskette" gehören.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hofmann Verlag 2004
Ausgabe:Schorndorf: Karl Hofmann Verlag, 2004, 132 S.
Schriftenreihe:Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Sportbundes, 33
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel