Menstruationszyklus und empfundener Stress bei Sportspielerinnen
Einleitung
Störungen des weiblichen Zyklus, wie zum Beispiel ausbleibende bzw. unregelmäßige Menstruation oder ausgeprägte zyklusassoziierte Symptome, sind unter anderem auf hohen psychosozialen Stress zurückzuführen (Huhmann, 2020). Im Spitzensport wurde dieser Zusammenhang bislang kaum erforscht, obwohl Leistungssportlerinnen vielen verschiedenen Stressoren ausgesetzt sind (Huhmann, 2020). Ziel dieser Studie ist daher, Sportspielerinnen in Bezug auf subjektiv empfundenen Stress sowie Zyklusauffälligkeiten (kategorisiert über Zyklus- und Blutungslänge) und zyklusassoziierte Symptome zu untersuchen.
Methode
Im Rahmen des in:prove Projekts wurden Zyklus- und Stressdaten von Elite-Sportspielerinnen (n = 104) erhoben. Menstruationsassoziierte Symptome sowie Zyklus- und Blutungslänge wurden über ein leitfadenorientiertes Interview erfasst, der empfundene Stress über eine Kurzform der Perceived Stress Scale (PSS-4; Warttig et al., 2013). Der Zusammenhang zwischen dem Mittelwert im PSS-4 und der Anzahl an berichteten Symptomen wurde mittels Pearson-Korrelation berechnet. Auf Unterschiede im PSS-4-Mittelwert zwischen Sportspielerinnen mit auffälligem Zyklus und Sportspielerinnen mit unauffälligem Zyklus wurde mittels t-Test geprüft.
Ergebnisse
Es zeigt sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen der Symptomanzahl und dem empfundenen Stress (r = .244, p = .006). Zwischen den Sportspielerinnen mit einem auffälligen Zyklus und Sportspielerinnen mit einem unauffälligen Zyklus ist hingegen kein signifikanter Unterschied im empfundenen Stress zu konstatieren (t = -0.462, p = .323).
Diskussion
Die bisherigen Ergebnisse deuten mit einer schwachen Korrelation daraufhin, dass ein höheres empfundenes Stresslevel bei Sportspielerinnen mit einer größeren Anzahl an zyklusassoziierten Symptomen zusammenhängt, unabhängig davon, ob ein auffälliger Zyklus vorliegt oder nicht. Zukünftige Forschungen sollten der Frage nachgehen, ob hoher empfundener Stress eine höhere Symptomanzahl bedingt oder umgekehrt.
© Copyright 2024 13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport". Veröffentlicht von Universität Augsburg. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Veröffentlicht in: | 13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport" |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Augsburg
Universität Augsburg
2024
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| Online-Zugang: | https://assets.uni-augsburg.de/media/filer_public/73/02/7302604c-76c2-4f50-9711-05b92298faa5/abstractband_zum_13_dvs-sportspielsymposium_2024_in_augsburg.pdf |
| Seiten: | 99 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |