Verletzungsprofil und aktuelle Präventionsansätze im Snowboarden
Seit Mitte der 80er Jahre erlebt der Sport Snowboarden in Amerika und auch in Europa einen enormen Aufschwung. Auch wenn die Zahl der Snowboarder in den letzten Jahren von 2,2 Millionen in 2014 auf 1,98 Millionen in 2017 [9] zurückging, übt der Sport nach wie vor eine hohe Anziehungskraft vor allem auf junge Wintersportler aus [9]. Die ständige Weiterentwicklung der Sportart und des Materials führt auch zu einer Veränderung des Verletzungsmusters und zu speziellen Charakteristika von snowboard-spezifischen Verletzungen. Ein solches Verletzungsmuster konnte anhand von Studien nachgewiesen werden und lässt sich in ein Verletzungsprofil des Snowboardens zusammenfassen. In dem folgenden Review-Artikel wurde ein Verletzungsprofil der Sportart Snowboarden anhand einer systemischen Literaturrecherche erstellt. Zur Erstellung des Verletzungsprofils wurden verschiedene prospektive und retrospektive, klinische Studien der letzten 20 Jahre im Breitensport untersucht. Es wurden hauptsächlich Studien der Evidenzniveaus I und II untersucht. Aus den untersuchten Studien lässt sich ableiten, dass die Sportart Snowboarden eine höhere Prävalenz von Verletzungen als das alpine Skifahren zeigt. Die oberen Extremitäten sind dabei besonders verletzungsgefährdet. Die häufigste Verletzung stellt mit mehr als 50% aller erlittenen schweren Verletzungen der handgelenknahe Bruch speziell bei Anfängern dar [8]. Dem Einsatz von Helmen zur Prävention von Kopfverletzungen konnte ein positiver Einfluss nachgewiesen werden. Die Prävention umfasst auch die Möglichkeit, Verletzungen durch körperliche Vorbereitung und Snowboardschulung mit Sturztraining vorzubeugen oder Unfallrisiken durch intelligente Pisten-Strategien zu minimieren. Es ist wichtig, dass medizinische Versorger die Sportart Snowboarden und ihre Verletzungsmuster kennen und vorbereitet sind, Snowboard Verletzungen richtig zu bewerten und zu behandeln.
Since the 1980s snowboarding gained huge popularity in America as well as in Europe. Even though data show a slow decline of snowboarders in Germany from 2.2 million in 2014 to 1.98 million in 2017 [9], snowboarding still attracts a lot of young winter sport athletes [9]. The constant development of Snowboarding and the equipment leads to a changing injury pattern and distinct characteristics of snowboarding related injuries. Recent studies showed the existence of a distinct injury pattern which can be summarized in an injury profile of snowboarding. Specific injury patterns and characteristics of snowboard-related trauma were identified and are summarized in a snowboard-specific injury profile. The most affected body region reported in a lot of snowboard injury studies are the wrists more than 50% of severe injuries, especially for beginners [8]. Intelligent slope strategies and physical preparation can be realized to minimize the risk of injuries in snowboarding. It is important for medical providers to obtain knowledge about the snowboarding and to be prepared for evaluation and treatment of snowboard injuries. Abstract from author
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin technische Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Sport-Orthopädie - Sport-Traumatologie |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2018
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| Online-Zugang: | https://www.sotjournal.com/article/S0949-328X(18)30172-8/fulltext |
| Jahrgang: | 34 |
| Heft: | 3 |
| Seiten: | 287-294 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |