Regenerationsmanagement im Spitzensport

Angesichts der großen Wettkampfdichte und hoher Trainingsbelastungen im Spitzensport wird eine schnelle und effektive Regeneration immer wichtiger, um konstant hohe Leistungen zu gewährleisten. Dies sehen auch die Spitzenverbände des deutschen Sports und ihr Dachverband, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), so. Gleichzeitig besteht ein Defizit an wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, nach denen sich Spitzenathletinnen und -athleten richten können. Angesichts des Unterstützungsbedarfes der Sportpraxis und der unzureichenden Befundlage fördert das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) von Oktober 2012 bis Ende 2016 das Verbundprojekt "Optimierung von Training und Wettkampf: Regenerationsmanagement im Spitzensport" (REGman). Das interdisziplinär ausgerichtete Projekt ist Bestandteil der Umsetzung des Forschungsprogramms für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport (WVL). Es wird von der Universität des Saarlandes geführt und von dem Sportmediziner Prof. Tim Meyer (Universität des Saarlandes), den Trainingswissenschaftlern Prof. Alexander Ferrauti (RuhrUniversität Bochum) und Prof. Mark Pfeiffer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) sowie dem Sportpsychologen Prof. Michael Kellmann (Ruhr-Universität Bochum) geleitet. In der vorliegenden Broschüre werden die wesentlichen Ergebnisse der bisherigen Projektarbeit vorgestellt. Sie ist damit wichtiger Bestandteil der umfassenden Transfermaßnahmen von REGman. Die erhobenen REGman-Befunde stimmen mit der übrigen wissenschaftlichen Datenlage dergestalt überein, dass die Wirksamkeit der in der Praxis gängigen Regenerationsverfahren (mit Ausnahme der Ernährung, die im Projekt nicht thematisiert wird) zur Wiederherstellung der sportlichen Leistungsfähigkeit nicht überzeugend nachweisbar ist. Diese grundsätzliche Schlussfolgerung bedarf jedoch hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die Sportpraxis einer differenzierteren Betrachtung. So ist die am besten geeignete Regenerationsstrategie nicht nur abhängig von der sportart- bzw. disziplinspezifischen Trainings- und Wettkampfstruktur und den jeweiligen klimatischen, materiellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen, sondern ebenfalls von dem Zeitfenster, in dem die Wiederherstellungsprozesse ablaufen sollen. Es muss beispielsweise zwischen der kurzfristigen Wiederherstellung bei Mehrfachbelastungen am Tag (z. B. mehrere Rennen oder Spiele im Wettkampf bzw. zwei oder drei Trainingseinheiten am Tag) und der längerfristigen Regeneration zur Wiederherstellung der Leistung am Folgetag bzw. an den Folgetagen in einer intensiven Trainingsphase oder während eines länger andauernden Turniers unterschieden werden. Bei diesen trainingsprozessbegleitenden Regenerationsmaßnahmen steht im Vordergrund, die Leistungsfähigkeit rasch wiederherzustellen, die Wirkung nachfolgender Trainingsmaßnahmen zu optimieren, Übertrainingszustände zu vermeiden und das Verletzungsrisiko zu reduzieren.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences training science
Language:German
Published: Köln Sportverlag Strauß 2016
Series:Sonderpublikation des Bundesinstituts für Sportwissenschaft
Online Access:https://sport-nachgedacht.de/wp-content/uploads/2017/10/11_04_2008_ges8.pdf
Pages:124
Document types:book
Level:advanced