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Wahrnehmungsoptimierte Bewegungsregulation

Das Projekt "Wahrnehmungsoptimierte Bewegungsregulation" zielte auf die erweiterte Nutzung des Wahrnehmungssystems durch zusätzliche bewegungsakustische Informationen im Instruktions- und Feedbackzusammenhang. Beim Messplatztraining im Rudern soll damit die Effizienz motorischer Lernprozesse erhöht und die Qualität der Bewegungstechnik optimiert werden. Qualität und Vielfalt des Bewegungsverhaltens basieren auf der Qualität und dem Umfang motorischer Repräsentationen, perzeptiver und kognitiver Funktionen und motorischer Steuerungsfunktionen. Ein bisher weitgehend ungenutzter Sinnesbereich - das Gehör - sollte durch neue Formen der datenbasierten Bewegungsvertonung (Bewegungs-Sonifikation) umfassender genutzt werden, um neben den visuellen zusätzlich audiomotorische und audiovisuelle Funktionen - bewusste wie unbewusste - in die Bewegungswahrnehmung und -regulation einzubinden. Da in diesem Zusammenhang Wahrnehmungsprozesse bzw. die systemseitige Erzeugung wahrnehmungsbasierter Bewegungsinformation und motorischer Repräsentationen im Mittelpunkt stehen, blieben andere Einflussgrößen des motorischen Lernens, wie z. B. methodisch-didaktische Aspekte oder biomechanisches Wissen bewusst unberücksichtigt. In der Projektarbeit wurden dazu zwei empirische Untersuchungen realisiert. (1) Auf dem Ruderergometer erlernten Novizen die Technikgrobform. Der Einsatz bewegungsakustischer Zusatzinformation zielte auf die Effizienzsteigerung des Lernprozesses im Nachwuchsbereich (Technikerwerb: Verkürzung der Lernzeit, Präzisierung der Bewegungstechnik). (2) Leistungsruderer und Trainer wurden mit der bewegungsdefinierten Bewegungs-Sonifikation konfrontiert, um das Auflösungsvermögen und die Verständlichkeit dieser Informationsart zu erkunden. Diese explorative Studie wurde anstelle einer ursprünglich geplanten Intervention mit der Bewegungssonifikation realisiert, da die in den Ergometerdaten abgebildeten interindividuellen Differenzen wie auch die Unterschiede der verschiedenen Technikausprägungen (Vorder-, Mittel- und Endzugbetonung) von hoher Subtilität waren und zunächst geklärt werden musste, inwieweit diese sehr feinen Unterschiede in den Sensordaten auditiv überhaupt zu unterscheiden sind.
© Copyright 2009 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/09. Veröffentlicht von Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/09
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Bundesinstitut für Sportwissenschaft 2009
Online-Zugang:http://www.bisp.de/nn_113306/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb__200809__Artikel/Effenberg__171,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Effenberg_171.pdf
Seiten:171-176
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch