Verletzungsmuster beim Wellenreiten

(Injury patterns in surfing)

Im Rahmen einer retrospektiven Untersuchung wurden mit Hilfe eines dreisprachigen Papier- und Onlinefragebogens Wellenreiter aus 22 Nationen bezüglich erlittener Verletzungen befragt. Die 471 in die Analyse aufgenommenen Wellenreiter berichteten insgesamt von 466 akuten Verletzungen. Die Verletzungsanzahl pro 1000 Stunden ergab einen Wert von 0,41. Am häufigsten von akuten Verletzungen betroffen waren die unteren Extremitäten (44,6 %) und der Kopf (27,8 %), gefolgt vom Rumpf (14,8 %) und den oberen Extremitäten (12,2 %). Mit 19,6 % war der Fuß die mit Abstand am häufigsten verletzte Einzellokalisation. Im Hinblick auf die erlittenen Verletzungsarten dominierten die Schnittverletzungen deutlich (37,4 %). Kontusionen wurden mit 11,7 % am zweithäufigsten genannt. Auf Zerrungen entfielen 9,5 % und auf Frakturen 7,6 %. Die Verletzungen gingen in den meisten Fällen auf eine Kollision mit dem eigenen Surfboard (52,4 %) oder dem Untergrund (15,5 %) zurück. Die Finne verursachte insgesamt 51,1 % aller auf das Surfboard bezogenen Verletzungen und war damit häufigste Verletzungsquelle. Ein großer Teil der akuten Verletzungen ließe sich durch die konsequente Nutzung von Sicherheitsfinnen und Noseguards sowie das Tragen von Neoprenschuhen und Helmen verhindern. Ein gezieltes Marketing durch Industrie und Profisport ist nötig, um das Image solchen Sicherheitsequipments zu verbessern und damit zu einer breiteren Nutzung unter den Surfern beizutragen.
© Copyright 2005 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences technical sports
Published in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Language:German
Published: 2005
Online Access:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2005/heft12/410-414.pdf
Volume:56
Issue:12
Pages:410-414
Document types:article
Level:advanced