Messwerteinrichtung zur biomechanischen Analyse der Kippe am Reck
Wir haben oben die Entwicklung einer Messeinrichtung zur biomechanischen Analyse der Kippe am Reck auf der Grundlage des Diagramms des allgemeinen Messvorgangs (PROFOS 1984, 19) vorgestellt. Ein wichtiger Punkt ist unter anderem die Spezifizierung der Messaufgabe. Wenn man sich vorher genau überlegt, was, wozu und wie genau man misst, ist es möglich geeignete Messgrößen auszuwählen. Weiterhin haben wir uns überlegt, wie wir die zuvor herausgearbeiteten Messgrößen erfassen können. Hierzu haben wir mögliche Verfahren aus der Kinemetrie, der Dynamometrie und der Elektromyographie herangezogen. Weiterhin könnte man zur Bestimmung von Körperschwerpunkt und Teilkörperschwerpunkten auf Verfahren der Anthropometrie zurückgreifen. Danach wurden die Aufgabengesetze entsprechend der zu betrachtenden Messgrössen ausgewählt. Die Anwendung dieser Aufgabengesetze führt letztendlich zur Ergebnisbildung. Bei den Messungen ist besonders darauf zu achten, dass der Turner bei seiner Bewegungsausführung nicht beeinflusst oder sogar behindert wird. Die Reckstange eignet sich besonders gut für das Anbringen von Dehnmessstreifen, Probleme bei der Dehnmessung liegen jedoch in der Konstruktion des Messaufbaus bei mehrdimensionaler Krafteinwirkung. Für die kinemetrischen Messungen ist es von Vorteil, dass die Kamera während der gesamten Zeit an einem festen Ort verbleiben kann und nicht geschwenkt werden muß. Hervorzuheben ist noch, dass die oben beschriebene EMG-Messung mit Hilfe von Oberflächenelektroden und einem am Turner befestigten Sender möglicherweise die Bewegungsausführung beeinträchtigt und damit verändert. Bei der Anwendung des oben beschriebenen Computer-Programms zur Auswertung der kinemetrischen Daten muß man darauf achten, daß solche Programme fehlerbehaftet sein können und eine genaue Überprüfung der aufgezeichneten Daten in jedem Fall erforderlich ist. Besonders wichtig für das Erhalten eines brauchbaren Ergebnisses, bezüglich der anfangs ausgeführten Spezifizierung der Messaufgabe, ist die Synchronisation zwischen den durchgeführten Messungen. Gemäß der Aufgabenstellung liegt hier nur ein relativ grober Vorschlag für eine Messwerteinrichtung zur biomechanischen Analyse der Kippe am Reck vor, der nicht den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht, wie sie bei einer tatsächlichen Untersuchung eingehalten werden sollten.
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| Notationen: | Naturwissenschaften und Technik technische Sportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Darmstadt
Technische Universität Darmstadt
2001
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| Dokumentenarten: | Forschungsergebnis |
| Level: | hoch |