Zum Einfluss sportartspezifischer Rotationsexpertise bei der Wahrnehmung von Drehbewegungen

Die visuelle Wahrnehmung komplexer Bewegungen scheint laut aktuellen Erkenntnissen wesentlich durch die perzeptuelle und motorische Expertise des Beobachters bedingt zu sein (Shiffrar & Meinen, 2010). Somit konnten traditionelle Theorien der Bewegungswahrnehmung, deren Grundannahme davon ausging, dass visuelle Wahrnehmungsprozesse einem universellen Prozesscharakter unterliegen (Marr, 1982; Fodor, 1983), differenziert werden. Demnach ist Bewegungswahrnehmung nicht, wie bisher vermutet, robust gegen externe Einflussfaktoren wie individuelle oder kontextabhängige Gegebenheiten, sondern wird im Gegensatz dazu gerade von solchen Aspekten beeinflusst. Diese zentrale Annahme ist ein wesentlicher Ausgangspunkt des theoretischen Ansatzes der embodied perception. Beobachter scheinen demnach über eine erhöhte visuelle Sensitivität zu verfügen, wenn Sie selbst spezifische Wahrnehmungs- und Handlungserfahrungen bezogen auf die jeweils zu beobachtende Bewegung besitzen. Vor dem geschilderten Hintergrund ist es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, diesen Aspekt experimentell bei der Wahrnehmung komplexer Drehbewegungen im Gerätturnen zu überprüfen.
© Copyright 2011 Aktuelle Themen der Turnentwicklung - Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 27.-29. September 2010 in Köln.. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Aktuelle Themen der Turnentwicklung - Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 27.-29. September 2010 in Köln.
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2011
Ausgabe:Hamburg: Feldhaus, Ed. Czwalina, 2011. - 92 S.
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 216
Seiten:61-68
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch