Burnout vorbeugen und heilen. Erfolgreich arbeiten - erholt in den Feierabend. Mit Hinweisen für professionelle Begleiter
Angesichts der vielen Belastungen des täglichen Alltags liegt bei vielen Menschen das Stressniveau bereits sehr hoch, vergrößern sich damit auch die Risiken, nicht alle Herausforderungen den eigenen wie auch externen Erwartungen entsprechend meistern zu können. Eng mit den Tagesthemen sind dabei die allgemeinen Lebenseinstellungen, Lebensmaximen und die eigenen Ansprüche und Bedürfnisse an das Leben, die den Einzelnen durch den Tag, die Woche und die Jahre leiten, an denen er oder sie sich orientiert, um "auf Kurs" zu bleiben oder zu diesem zurückzufinden. All dies geschieht in einem Umfeld, das gerne Multitasking verlangt, dessen Entwicklungs- und Handlungstempo ständig zunimmt (manchmal hat man gerade hier den Eindruck, dass das unkontrolliert erfolgt), für das eine ständige Verfügbarkeit und eine immerwährende Begeisterung und Hingabe für die Aufgabenerfüllung Grundvoraussetzungen zu sein scheinen und in dem zunehmend nicht nur lokale, regionale oder nationale Faktoren bedeutsam sind, sondern in der wichtige Grundprämissen auf das Engste mit Internationalisierungs- und Globalisierungsprozessen in Verbindung stehen.
Dass sich daraus gesundheitliche Risiken und Gefahren entwickeln können, ist nahezu zwingend - und die sprunghafte Zunahme des Interesses für Burnout (meistens gerade dann, wenn ein Prominenter betroffen ist und sich outet), die wachsenden Diskussionen, Publikationen und Präventions- bzw. Therapieangebote für Risiko- und Betroffenengruppen spiegeln diese Entwicklung wider. Menschen sind zwar schon immer an ihre physischen und psychischen Grenzen geraten, haben sich überfordert und "aufgerieben", die Intensität und der Umfang dieser Prozesse in der modernen Welt, die Einbeziehung von neuen und immer mehr Alters- und Berufsgruppen, sind aber eine Tatsache, die alarmierend sein sollte bzw. bereits ist.
Um dem Burnout effektiv entgegenwirken zu können, spielt die Entwicklung eines fachlich fundierten Verständnisses des Entstehens, der dabei ablaufenden Teilprozesse eine wichtige Rolle. Die Frage, wie aus Begeisterung und Leidenschaft, innerer Zwang und übertriebene Forderungen werden, ist hierfür zentral. Nur wer detaillierte und differenzierte Antworten auf diese Fragen mit Blick auf Burnout aus medizinischer und psychologischer Sicht insgesamt wie auch mit einem Blick auf das Individuum und seine Lebensbedingungen findet, wer die Hintergründe dieser Erschöpfungszustände tatsächlich versteht, kann sich auf den Weg machen, durch die Beseitigung der Ursachen und das Burnout-Syndrom erfolgreich zu bekämpfen.
Die Unterstützung dieser analytischen wie auch therapeutischen Aufgaben und Prozesse durch einen ausgebildeten Psychologen, Coach oder Supervisor ist stets angeraten, sich aber auch eigenständig mit der täglichen Belastung (und Überlastung) und deren (Fehl)Steuerung zu befassen, sich selbst zu hinterfragen und nach Lösungen zu suchen ist aber ebenso richtig wie wichtig. Dies kann auch dazu genutzt werden, um die Tür hin zu einer professionellen Beratung und Unterstützung sowie einer entsprechenden Therapie, falls notwendig, zu öffnen.
Dazu muss die Bereitschaft und der Wille entwickelt werden, sich selbst, seine Lebensbereiche und seine Bedürfnisse ehrlich zu analysieren und sie mit den aktuellen (und perspektivischen) Verhaltensweisen abzugleichen. Hinzu muss sich die Bereitschaft (manchmal auch die Notwendigkeit) und der Wille gesellen, Änderungen im eigenen Leben vorzunehmen, das Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung (wieder) herzustellen und dieses mit nachhaltigen Verhaltensweisen auch zu erhalten.
Für Menschen, die sich auf diesen Weg machen wollen oder ihn bereits begonnen haben, ist dieser praktische Ratgeber geschrieben worden, der auf Methoden der Transaktionsanalyse basiert. Dabei kann jeder Leser für sich selbst entscheiden, wie viel theoretische Grundlegung er für sich als notwendig erachtet, oder ob er bzw. sie gleich mit den praktischen Elementen des Buchs beginnen will - um dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt Interesse für fachliche Grundlagen der Praxiskapitel zu entwickeln.
Grundsätzlich werden im Praxisratgeber Burnout die Themen
- Die Balance der Lebensbereiche (von Beruf, Haushalt und Paarbeziehung bis zu Alleinsein, Spiritualität und Körper, Bewegung und Sport)
- Die Grundbedürfnisse stillen (von Sauerstoff, Licht und Nahrung bis zu Körperhygiene, Stimulation und Zuwendung)
- Die Grundprinzipien der Lebensgestaltung - Modelle für die Vorbeugung und Behandlung des Burnout-Syndroms (von Kreativität, Handlungskonzepten und Disstressverhalten bis zu Antreiber- und Gegenantreiberverhalten)
- Anmerkungen für professionelle Begleiter
abgehandelt. Dies passiert in einer gut verständlichen, nachvollziehbaren Art, für die man kein akademisches Studium absolviert haben muss, sondern für die man Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Burnout-Syndrom und den Willen nach fachlicher Unterstützung bei der Bewältigung eigener Probleme mitbringt. Wenn dieses gegebene ist, kann die Lektüre zu einem Spiegel der eigenen Entwicklung und des eigenen Zustands werden. Doch die Analyse ist nicht der abschließende Ansatz des Autors, der den Lesern aus der Erfahrung von Burnout-Betroffenen erzählt, um ihnen praktische Hilfsmittel an die Hand zu geben, um Probleme zu erkennen und die Wege zu beschreiben und gehen, die aus der Erschöpfung, aus der Hoffnungslosigkeit oder der geistigen und körperlichen Leere führen können.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Paderborn
Junfermann
2013
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| Ausgabe: | Paderborn: Junfermann, 2013.- 255 S. |
| Schriftenreihe: | Aktive Lebensgestaltung - Burnout & TA |
| Seiten: | 255 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |