Der Weg zum Sieg: Optimale Leistungssteigerung durch Charaktertraining
Viele Jahre hat sich die Trainingswissenschaft dem Thema gewidmet, sportliche Leistungen zum individuellen Optimum zu bringen, und hat dieses Ziel zumindest im physiologischen Bereich auch erreicht. Eine ganze Menge Sportler haben mithilfe einer individuellen Leistungsdiagnostik und modernster Trainingsmethoden ihr persönliches Maximum erreicht, ihr athletisches Potenzial ist ebenso wie ihr technisch-taktisches vollkommen ausgeschöpft. Umso bedauerlicher ist es, dass so manche Sportlerin und so mancher Sportler in den Momenten, in denen es drauf ankommt, ihre optimale Leistung nicht abrufen können. Das hängt damit zusammen, dass viele Sportler in der Vorbereitung die psychische Komponente außer Acht lassen und dann der Wettkampfsituation nicht gewachsen sind. Denn ein Wettkampf ruft durch Emotionen ausgelösten Stress hervor, der, sofern er positiv empfunden wird, durchaus zur maximalen Leistung führen kann. Wird der Stress negativ erlebt und beispielsweise mit einem Gefühl der Bedrohung verknüpft, führt er zu einer Leistungsminderung. Diesem Stressempfinden sollte rechtzeitig begegnet werden, sodass im Wettkampf positive Emotionen zu einer maximalen Leistung führen. Selbstverständlich gibt es viele Ansätze - vom autogenen Training über Visualisierungstraining bis hin zu Selbstmotivierungstechniken, mit denen versucht wird, dieses zu erreichen. Dass sie ihre Wirkung nur bedingt entfalten, liegt in der Pauschalität dieser Verfahren. Es ist schließlich keine besonders überraschende Erkenntnis, dass wir Menschen uns nicht nur im Alltagserleben und -verhalten zum Teil erheblich unterscheiden; das gilt nämlich im gleichen Maße auch für den Sport, oder aber der Sport zeigt, mit was für einem Menschen wir es zu tun haben. Der Charakter eines Menschen zeigt nicht nur seine Persönlichkeit, sondern birgt auch immer die Notwendigkeit, ihn individuell zu behandeln. Dies nicht nur trainingswissenschaftlich zur Steigerung seiner physischen Leistungsfähigkeit, sondern insbesondere auch psychologisch. Das heißt, dass auch ein mentales Trainingsprogramm, wie es bei vielen Sportlern eingesetzt wird, dann seine Wirkung nicht voll entfaltet, wenn es nicht auf die Persönlichkeit des Sportlers abgestimmt wird. Diese Erkenntnis wird in unserem Ansatz besonders berücksichtigt.
Zunächst versuchen die Autoren die Frage zu beantworten, wie Charakter eigentlich entsteht, ob er uns »in die Wiege gelegt« wurde oder ob wir ihn uns angeeignet haben bzw. ob er uns anerzogen wurde - ob absichtlich oder nicht sei dahin gestellt. Oder ist die Entstehung des Charakters eine Mischung aus allen drei Zutaten? Selbstverständlich soll auch erläutert werden, welche Rolle die Emotionen dabei spielen. Diese haben nach dem heutigen Stand der Forschung einen entscheidenden Einfluss auf unser Erleben und Verhalten. Die sich daraus ergebenden vielfältigen Wirkmechanismen, können mithilfe der wissenschaftlich fundierten Persönlichkeits-System-Interaktionen-Theorie (PSI)4 aufgezeigt werden. Diese mündet in einer Analyse der Persönlichkeitseigenschaften: Danach finden sich alle Menschen in 16 Charaktertypen wieder. Diese Einordnung ermöglicht nicht nur eine der Persönlichkeit gerecht werdenden Behandlung der einzelnen Sportler, sondern auch die gezielte Auswahl von mentalen Trainingsmethoden, die in Teil II beschrieben werden.
Auf diese Art sorgt das Gesamtkonzept für die Möglichkeit einer individuellen Betreuung von Sportlern und ebnet den Weg für sicheres und damit erfolgreiches Auftreten in Wettkampfsituationen. Oder mit anderen Worten: Mit der vorgestellten Typologie zeigen die Autoren auf, wie jeder einzelne Charaktertyp durch spezifisches Training optimal auf den Wettkampf vorbereitet werden kann.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Kraft-Schnellkraft-Sportarten Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Pietsch Verlag
2011
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| Seiten: | 144 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |