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Das Anschlussmotiv zur Erklärung sportlicher Leistungen

Was bewegt Menschen, wenn sie sich entschließen nach Spitzenleistungen zu streben, welche Motive gibt es? Diese Frage ist in der Vergangenheit sehr stark aus psychologischer Sicht von der Auseinandersetzung mit dem Motiv der Leistung geprägt worden. Weitere Grundmotive wie Macht und Anschluss sind kaum in die Analysen und Diskussionen einbezogen worden. Im Sport kann aber gerade das Anschlussmotiv ein Faktor sein, der sehr wohl und insbesondere mit Blick auf soziale Beziehungen innerhalb von Mannschaften Bedeutung erlangt. Gerade das Zusammenwirken verschiedener Sportlerinnen und Sportler, um eine sportliche Leistung und ein entsprechendes Ergebnis erbringen zu können, spielt hier eine wichtige Rolle. Erkenntnisse (und auch praktische Erfahrungen) zeigen dabei, dass die Anwesenheit (oder auch das Fehlen) von bestimmten Personen Einfluss auf Bewegungsleistungen nehmen kann und nimmt. In seiner Arbeit hat Thomas Teubel deshalb dieses, bisher unterbewertete Thema aufgegriffen und sich sowohl mit theoretischen Grundlagen des Anschlussmotivs befasst, als auch eigene Befragungen durchgeführt, um entsprechende empirische Befunde zu erheben. Dabei hat er sich mit den sozialen Bedingungen befasst, die für die Verbesserung bzw. auch Verschlechterung sportlicher Leistungen Relevanz besitzen. Das Spektrum der Schwerpunkte der Befragungen und Experimente zeigt die inhaltliche Breite der Auseinandersetzung mit dem Anschlussmotiv im Sport: - Anreizstruktur von Individual- und Mannschaftssportarten, - Unterschiede zwischen Individual- und Mannschaftssportlern, - Hoffnung auf Anschluss und sportliche Leistung, - Furcht vor Zurückweisung und sportliche Leistung, - Replizierung der Kraftausdaueraufgabe, - Replizierung der Koordinationsaufgabe. In der ersten Befragungen ging es um die Ermittlung möglicher Unterschiede zwischen Individualsportarten auf der einen Seite und Mannschaftssportarten andererseits, wobei von letzteren erwartet werden konnte, dass soziale Beziehungen inklusive einem damit verbundenen Anschlussmotiv besonders zum Tragen kommen. Er hat sich dabei aber auch mit eventuellen Unterschieden in der Wirkung des Anschlussmotivs auf unterschiedlichen sportlichen Leistungsniveaus vom Freizeit- bis zum Leistungssport gekümmert. Interessant ist auch die differenzielle Betrachtung der Wirkung des Anschlussniveaus hinsichtlich sportlicher Aufgaben, bei denen verschiedene konditionelle Fähigkeiten und koordinative Anforderungen im Fokus stehen. Mit seinen sehr interessanten Untersuchungsergebnissen liefert er empirische Befunde und Denk- bzw. Interpretationsansätze, warum einige Athleten im Teamwettbewerb "über sich hinauswachsen" während andere ihre Topleistungen unter Teambedingungen nicht abrufen können. Im dritten und letzten Teil des Buchs werden die empirischen Befunde reflektiert und weitere mögliche Forschungsprogramme skizziert. Für Praktiker sind vor allem mögliche Konsequenzen bei der Zusammenstellung einer Mannschaft interessant, um das Optimale aus einem Team herauszuholen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Kovac 2012
Ausgabe:Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2012.- 146 S.
Seiten:146
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch