Erholungsprozessanalyse im Leistungssport. Konstruktion und Validierung des Erholungsprozessfragebogens für AthletInnen
Der leistungssportliche Trainingsalltag ist für die Sportlerinnen und Sportler durch mehrere Belastungsphasen unterschiedlicher Dauer und Intensität geprägt, auch die Trainingsinhalte wechseln oftmals und ihre Bewältigung erfordert ein hohes Maß an Belastbarkeit. Diese wiederum wird dadurch erlangt, dass ein geeignetes Wechselspiel von Belastung und Regeneration organisiert und auch konsequent durchgesetzt wird. Idealerweise kann nach der Regenerationsphase der Körper wieder eine Leistung erbringen, die der vor der vorhergehenden Belastung entspricht. Damit können die physischen und auch psychischen Ressourcen und Möglichkeiten im Training wirklich genutzt und auch weiterentwickelt werden.
Im Wettkampf ändert sich die Situation diesbezüglich nochmals deutlich. Die Erholungsphasen zwischen zumeist sehr intensiven Belastungsphasen sind sehr kurz, die Chancen, in Ruhe zu regenerieren, werden durch den Wettkampfverlauf bestimmt, sind nur in sehr begrenztem Umfang beeinflussbar. Offensichtlich kann es, im Unterschied zu den Trainingsphasen, nicht immer darum gehen, das Leistungsniveau auf dem Level vor dem Wettkampfbeginn wiederherzustellen, sondern für die Leistungserbringung im nächsten Teil des Wettkampfs "nur" so gut wie mögliche Voraussetzungen zu schaffen - zumal es den sportlichen Konkurrenten ebenso ergeht.
Die skizzierten Situationen sind typisch für den modernen Leistungssport, repräsentieren den Normalfall und umfassen sowohl die körperlichen als auch die psychischen Aspekte. Mit geeigneten Trainingsmethoden und Belastungsformen sollte man sich darauf vorbereiten.
Die vorliegende Arbeit liefert einen Beitrag bzw. Werkzeuge um zu ermitteln, wie das Belastungs- und Erholungsgeschehen (psychisch, emotional, somatisch, sozial, verhaltensbezogen, stimmungs- und befindensbezogen) in der Praxis aussieht. Um ein detailliertes Bild über den Erholungszustand eines Athleten und dessen Regenerationsstrategien in Wettkampfpausen und Trainingsphasen zu erhalten, wird der sportartenübergreifend einsetzbare Erholungsprozessfragebogen für AthletInnen (EPFA) vorgestellt. Dieser ermöglicht es SportpsychologInnen und TrainerInnen, Defizite und ungenützte Ressourcen im Erholungsprozess durch gezieltes Monitoring zu erkennen, individuelle Erholungsmaßnahmen zur Leistungsoptimierung abzuleiten und Verletzungen und Überbeanspruchung vorzubeugen. Parallel dazu wird gezeigt, wie die Verarbeitung von Stress im Rahmen der Regeneration erfolgt.
Für das grundlegende Verständnis dieser Prozesse ist es notwendig, die Erholungsprozesse und regenerationsfördernde Maßnahmen sowie die Entstehung von Überbeanspruchung und Burnout als Folge eines unzureichend balancierten Wechselspiels von Beanspruchung und Regeneration zu verstehen. Auch hierfür findet der Leser aktuelles Wissen zur Belastungs- und Erholungsforschung aus allgemeiner trainingswissenschaftlicher Sicht, das mit sportartspezifischen Beispielen und Erfahrungen ergänzt wird. Für PsychologInnen veranschaulicht das Buch außerdem Konstruktions- und Analyseschritte einer Fragebogenentwicklung an Hand eines praktischen Beispiels.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | social sciences |
| Language: | German |
| Published: |
Saarbrücken
VDM Verlag Dr. Müller
2010
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| Edition: | Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2010.- 122 S. |
| Pages: | 122 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |