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Entwicklungsförderung im Jugendalter. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde aus sportpädagogischer Perspektive

Dem Sport werden seit vielen Jahren unterschiedliche Potenzen zugeschrieben, wenn es um die Förderung der kindlichen und jugendlichen Entwicklung geht, gehören doch sportliche Aktivitäten zu den häufigsten und wichtigsten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. Diese Potenzen des Sports umfassen dabei sowohl die Entwicklung und Ausprägung der Persönlichkeit und eng verbunden damit der Sozialkompetenz als auch von motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Formen der Entwicklungsförderung stehen oftmals in einem pädagogischen Kontext, werden mit gezielten pädagogischen Interventionen verbunden. Andererseits haben die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse der jüngeren Zeit auch dazu geführt, dass sich immer stärker selbstbestimmte Entwicklungen vollziehen und die aktive Rolle des Individuums weit stärker als bisher in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Hier gilt es, die individuellen psychischen und physischen Entwicklungsvoraussetzungen zu verstehen und auch den Zeitabschnitt zu erweitern, der bisher an nicht wenigen Stellen für die Entwicklungsförderung beschrieben wurde: Es ist nicht allein die Kindheit, in der Entwicklungsförderung sinnvoll und wichtig ist, sondern eine gezielte Entwicklungsförderung durch Sport hat ebenso im Jugendalter ihren Wert und ihre Berechtigung. Untersuchungen zeigen, dass im Jugendalter Themen wie Kontakt & Entspannung sowie Körper & Erfolg als bedeutsam erachtet werden. Sportliche Aktivitäten leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Jugendliche diese Themen ausleben können, wobei die Mädchen und Jungen selbst bestimmen, welche Aktionen sie für geeignet erachten, um ihre Gegenwarts- und Zukunftsorientierungen mit Leben erfüllen zu können. Im vorliegenden Buch wendet sich Nils Neuber intensiv der Frage zu, wie eine moderne Entwicklungsförderung im Jugendalter (und dabei vor allem im Sportunterricht) aussehen sollte, um den Jugendlichen Impulse für die Realisierung ihrer individuellen Zukunftsprojekte zu geben. Hier spielen neben traditionellen pädagogischen Handlungsformen zunehmend Themen wie Beraten, Betreuen oder Arrangieren eine wichtige Rolle. Es gilt auch, bei der Auswahl und Gestaltung der sportlichen Angebote eine von den Jugendlichen gewünschte und angenommene Orientierung auf traditionellen Hauptsportarten und den durchaus gewünschten Wettkampfcharakter der Aktivitäten zu akzeptieren. Darüber hinaus sollten jedoch Angebote unterbreitet werden, die den sportlichen Horizont der Jugendlichen gezielt erweitern und zukünftige Entscheidungen auf eine breitere Auswahlbasis stellen. Ähnlich sind die Aufgaben, die Sportlehrer bei der gewünschten straffen Unterrichtsführung erfüllen müssen, die für die Mädchen und Jungen nachvollziehbar und transparent erscheinen sollte und die Schülerinnen und Schüler zum bewussten Mitbestimmen und Mitgestalten auffordert. In diesem pädagogischen Spannungsfeld ist natürlich auch das Selbstverständnis der Sportlehrkräfte undÜbungsleiterInnen, ihre Rolle innerhalb sportlicher Aktivitäten, von großer Bedeutung. Die kurz angerissenen Themen aus der Entwicklungsförderung Jugendlicher durch Sport sind das Ergebnis von sechs empirischen Untersuchungen im Zeitraum 2002-2004, die an nordrhein-westfälischen Schulen und Sportvereinen durchgeführt wurden. Dabei wurden sowohl Schüler und Mitglieder in Sportvereinen (im Alter von 14-17 Jahren) als auch Sportlehrkräfte und ÜbungsleiterInnen befragt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Schulsport Sozial- und Geisteswissenschaften Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf Hofmann Verlag 2007
Ausgabe:Schorndorf: Hofmann, 2007. - 316 S.
Schriftenreihe:Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Olympischen Sportbundes, 35
Seiten:316
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch