Über die Grenzen des Körpers hinaus. Überforderungen, Verletzungen und Schmerz im Leistungssport
Leistungssportlerinnen und Leistungssportler bewegen sich im Training wie im Wettkampf oftmals im Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit. Es ist die Aufgabe und das Ziel der Sportler, Trainer, Funktionäre, Wissenschaftler und Ärzte, diese Erfahrungen in das Konzept und die tägliche Praxis eines humanen Leistungssports zu integrieren. Dies erscheint nicht immer problemfrei zu sein, da persönliches Interesse, sportliche und/oder kommerzielle Zwänge auch dazu neigen lassen, Gefahren zuübersehen oder zu minimieren, übernormal große Risiken zu akzeptieren und einzugehen oder gar zu verbotenen Mitteln zu greifen. Die selbst gesteckten, durch Trainer oder Funktionäre im Verein oder Sportverband formulierten Leistungsnormen, die angenommene oder bereits ausgesprochene Erwartungshaltung der Medien und der Öffentlichkeit können relativ schnell zu einer körperlichen und/oder psychischen Überlastung der Sportlerin oder des Sportlers führen, die sich in Schmerzbanalisierung,Überhören von Körpersignalen, Auslassen von Regenerationsphasen, Training oberhalb der Schmerzgrenze, Alkoholismus, Tablettensucht oder Magersucht manifestieren kann und zu einem, wie K. Moegling formuliert, "leistungssportlichen Martyrium" führt.. Und so formuliert der Herausgeber des Sammelbandes auch als eine seiner zentralen Fragen, "ob der vernünftige und gesundheitsorientierte Leistungssport auf sozialpsychologische Barrieren der Gesellschaft stößt, die Leistung um jeden Preis, also auchüber eine Inkaufnahme des latenten körperlichen Suizids verlangt." In den neun Beiträgen des Bandes gehen die Autoren auf sehr unterschiedliche Aspekte dieser Fragestellung ein, wobei Schmerz, gesundheitliche Risiken, Verletzungen, Doping und körperliche Grenzerfahrungen in den Mittelpunkt der Erörterung stehen. So setzt sich K. K. Roesler mit psychologischen Fragen von Sportverletzungen auseinander, analysiert A. Abraham die psychosoziale und biographische Bedeutung von Belastung, Schmerz und Qual. J. Kleinert thematisiert die Relation zwischen Eigenwahrnehmung und Sportverletzungen während sich N. Fessler und K. Moegling mit Verletzungskarrieren im Nachwuchsleistungssport befassen. Die Beiträge von M. Traxler zum Behindertenleistungssport und St. Neitzel zum Risikoverhalten von Mountainbikern präsentieren zwei weitere Teilbereiche von Grenzerfahrungen, die das Bild weiter ausdifferenzieren bzw. abrunden. G. Treutlein diskutiert letztlich die Versuchung, durch biochemische Manipulation die natürlichen Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit zu manipulieren.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Immenhausen
Prolog-Verl.
2006
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| Ausgabe: | Immenhausen b. Kassel: Prolog. - 240 S. |
| Schriftenreihe: | Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung, 25 |
| Seiten: | 240 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |