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Okklusionstraining mit dem Flossband. Maximaler Muskelaufbau bei minimaler Gewichtsbelastung

In der Fitnessszene gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch recht unterschiedliche Meinungen über das Okklusionstraining. Die Trainingsform ist zudem noch recht unbekannt, obwohl diese schon 1966 erstmals begründet wurde, jedoch bis vor einigen Jahren der wissenschaftliche Hintergrund komplett fehlte. Das Okklusionstraining kommt ursprünglich aus Japan und ist allgemein auch unter KAATSU-Training bekannt. Dr. Yoshiaki Sato entdeckte 1966, als er länger auf seinen Knien saß, dass seine Beine taub wurden. Daraufhin merkte er, dass dieses Gefühl in seinen Waden das gleiche zu sein schien, welches er verspürte wenn er seine Wadenmuskulatur trainierte. Anschließend schlussfolgerte er, dass diese "Muskelschwellung" im Sitzen die gleiche sein könnte wie beim Krafttraining und testete seine Theorie über mehrere Jahre, bis er seine These zum Teil belegen konnte. Es konnte belegt werden, dass das Okklusionstraining mit geringerer Last in kürzerer Zeit zu einem erhöhten Muskeldickenzuwachs und zu einer vermehrten Kraftsteigerung führt. Wobei die Effekte in der Beinmuskulatur größer waren als in der Armmuskulatur, vermutlich aufgrund der Größe der eingesetzten Muskulatur. Außerdem konnte gezeigt werden, dass nach Operationen am vorderen Kreuzband oder bei einem ruhiggestellten Bein mittels Schiene, durch das bloße Abbinden (ohne Training) gleich nach der ärztlichen Versorgung die drohende Muskelatrophie größtenteils verhindert werden konnte. Zudem konnte dadurch dem Verlust der Muskelkraft entsprechend entgegengewirkt werden. Neben positiven Effekten bei älteren männlichen und weiblichen Personen sowie Personen mit einem niedrigen Trainingsalter, wurden positive Wirkungen auch bei leistungsstarken Personen und Spitzensportlern nachgewiesen. Es konnte außerdem festgestellt werden, dass es zu Crossover Effekten kommen kann. Der Autor, Klaas Stechmann, erklärt den neuen Work-out-Trend - der auch unter dem Begriff Blood Flow Restriction Training (BFRT) bekannt wurde, detailliert und anschaulich. Ob beim Krafttraining, für Kardioeinheiten als intensives Intervalltraining, mit dem eigenen Körpergewicht - der Autor zeigt, wie man das Okklusionstraining sicher und effektiv anwenden kann. Im zweiten Teil des Buches gibt eine große Auswahl an Übungen, die auch für Anfänger in dem Bereich durch großzügige Bebilderung gut nachzuvollziehen sind. Wie zahlreiche Studien darlegen, ist das Okklusionstraining in vielen Bereichen zielführend anwendbar. Es kann u.a. im Rehabilitationsprozess eingesetzt werden, in dem Patienten noch nicht voll belastbar und schwere Gewichte kontrainduziert sind. Auf diese Weise können Muskelatrophien begrenzt werden und frühzeitig erforderliche Reize zur Wiedererlangung der Alltagsleistungsfähigkeit gesetzt werden. Im Bereich des Gesundheitssports kann das Okklusionstraining besonders für ältere und leistungsschwache Personen eine Alternative darstellen, um schneller Fortschritte im Bereich zur Steigerung der konditionellen Leistungsfähigkeit zu machen. Auch leistungsstarke Personen und Spitzensportler können vom Okklusionstraining profitieren. Besonders bei Leistungsportlern mit hoher Wettkampfdichte könnten auf diese Weise Phasen der Leistungsstagnation überwunden und neue Reize gesetzt werden, ohne Regenerationszeiten zu verlängern. Belege für diese möglichen positiven Effekte in den benannten Anwendungsbereichen stehen allerdings noch aus.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Tagging:Flossing Okklusion
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin KVM 2017
Online-Zugang:http://www.kvm-medizinverlag.de/PHYSIOTHERAPIE/FITNESS/Okklusionstraining-mit-dem-Flossband.html#.WgxDsTuDPRY
Seiten:140
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel