Hochleistungssport in China

Nachdem der chinesische Spitzensport mehrere Jahrzehnte auf der internationalen Bühne nicht präsent war, feierte er bei den Olympischen Spielen 1984 ein sehr erfolgreiches Comeback. Dieses ist aus heutiger Sicht als Ausgangspunkt für eine weitere stürmische Entwicklung des Leistungssports des Landes zu betrachten, die - aus rein sportlichen Gesichtspunkten - durch zunehmende Erfolge geprägt war und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008 in der chinesischen Hauptstadt Beijing durch eine weitere Dynamik gekennzeichnet sein wird. Vor der länderbezogenen Untersuchung wird das Vorhaben in einen größeren wissenschaftlichen Rahmen eingeordnet, in dem insgesamt acht Länder einerseits hinsichtlich ihrer nationentypischen Entwicklungsbedingungen untersucht werden, danach aber auch ein Vergleich zwischen den Ländern beabsichtigt ist. Dazu wurde mit dem Erfolgs-Ressourcen-Modell der theoretische Rahmen geschaffen und folgende Betrachtungsebenen bestimmt: - gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Politiksystem, Bildungswesen, wirtschaftliche Situation, Sozialstruktur, Massenmedien) - Organisation des Hochleistungssports (historische Entwicklung, programmatische Prioritäten, Organisationsstrukturen, Finanzen, Talentsuche und -förderung, Sportler, Trainer, Kampfrichter, Training, Wettkämpfe, Sportstätten, Anti-Doping) - der Sport und seine Beziehungen zu anderen gesellschaftlichen Funktionsbereichen (Politik, Militär, Bildung, Wissenschaft). Bei der Betrachtung des chinesischen Sportsystems werden alle diese Teilbereiche analysiert und bewertet. Der interessierte Leser bekommt damit einen Eindruck von der Komplexität dieses nationalen Sportsystems. Im vorliegenden Band, der erstmals die Sportentwicklung eines asiatischen Landes einer Analyse unterzieht, soll das Verständnis dafür entwickelt werden, welche dieser Faktoren im kommunistisch regierten China den Ausgangspunkt und die Entwicklungsbedingungen des Leistungssports charakterisieren. Deutlich wird die politisch gewollte und entsprechend umgesetzte eindeutige Orientierung auf den nationalen Leistungssport und die damit im Zusammenhang stehende Bereitstellung entsprechender staatlicher Strukturen und Ressourcen. Von besonderer Bedeutung sind sicherlich die Ausführungen zum flächendeckenden System der Talentauswahl und -förderung sowie zur sportwissenschaftlichen Forschung für den Hochleistungssport.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:sport history and sport politics management and organisation of sport
Language:German
Published: Weilheim/Teck 2003
Edition:Weilheim/Teck: Bräuer Druckerei und Verlag, 2003.- 275 S. (sport international)
Series:sport international
Pages:275
Document types:book
Level:intermediate