Stabilität von Atemmustern im Biathlonschießen und deren Einfluss auf die Trefferleistung unter varianter physischer Belastung
In der komplexen Sportart Biathlon ist die Schießtechnik ein wesentlicher Bestandteil der Leistung. Diese besteht neben den technischen Aspekten wie Abzugsverhalten und Zielanvisierung auch aus der Atmung und dem während der Schussabgabe gehaltenen Atemstopp. Ziel dieser Arbeit ist es verschiedene Atemmuster zu definieren und (1) diese auf Unterschiede zwischen Nachwuchs- und Profiathlet*innen zu untersuchen, sowie (2) mögliche Einflüsse des Atemmusters und des stabilen Abrufens desselben auf die Trefferquote unter steigender physischer Belastung zu detektieren. Hierzu absolvierten 9 Nachwuchs- und 11 Profiathlet*innen ein Komplextraining auf Skirollern mit steigender Belastungsintensität, wobei nach jeder Belastungsstufe je 5 Schuss liegend und stehend abgegeben wurden. Die Atmung wurde mit Shirts des Herstellers Hexoskin gemessen. Es konnten die drei Atemmuster "eingeatmet", "ausgeatmet" und "neutral" definiert werden, die jeweils die Tiefe der Apnoe bei Schussabgabe darstellen. Profis schießen liegend meist ausgeatmet (72.7 %), während der Nachwuchs meist mit neutralem Atemmuster schießt (55 %). Im Liegendanschlag konnten keine signifikanten Unterschiede bezüglich Stabilität des Atemmusters und Trefferleistung ermittelt werden. Im stehenden Anschlag schießen Profis signifikant besser (p = .031) mit 83 % Trefferleistung (68.9 % bei den Nachwuchsathlet*innen). Beide Gruppen schießen stehend hauptsächlich mit neutralem Atemmuster. Im liegenden Anschlag gibt es einen signifikant positiven Einfluss der Stabilität der Atmung auf die Trefferleistung (p < .001, Schätzung = .059), während gesteigerte Intensität eine negative, nicht signifikante Tendenz auf die Trefferquote hat. Das neutrale Atemmuster zeigt eine geringe positive Tendenz auf die Trefferquote. Im Stehendanschlag gibt es signifikante Unterschiede in der Stabilität des Atemmusters über die Intensitäten hinweg (p = .048, x²(3) = 7.89), die jedoch keinen signifikanten Effekt auf die Trefferquote aufweisen. Ein eingeatmetes Atemmuster im stehenden Anschlag hat einen signifikant negativen Einfluss auf die Trefferquote (p = .031) um -13,31 % über alle Athlet*innen gesehen und um -23.65 % (p = .012) bei Nachwuchsathlet*innen. Das Modell gesamt gesehen ist im stehenden Anschlag jedoch nicht statistisch signifikant. Ein stabiles Atemmuster scheint einen wichtigen Effekt auf die Trefferquote zu haben, wobei insbesondere Nachwuchsathleten davon profitieren. Ein eingeatmetes Atemmuster besonders im stehenden Anschlag ist nicht zu empfehlen.
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| Notationen: | technische Sportarten Nachwuchssport |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Salzburg
Universität Salzburg
2025
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| Online-Zugang: | https://eplus.uni-salzburg.at/Abschlussarbeiten/content/titleinfo/11808009/full.pdf |
| Seiten: | 72 |
| Dokumentenarten: | Master-Arbeit |
| Level: | hoch |