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Schweiz: "Die Schweiz will Medaillen, die nachhaltig glänzen"

Um einen Grundstein für die Zukunft des Sports zu legen, müssen Angebote und Strukturen überdacht und an die zunehmend flexibel und individuell ausgeübten Sportaktivitäten angepasst werden. Der Bund muss diese notwendige Neuorientierung im Sport durch Maßnahmen begleiten und verknüpft damit klare Erwartungen: Die Sportförderung als Ganzes muss im Fokus stehen, nicht nur die Förderung des organisierten Sports, des Leistungs- oder des Profisports. Der Behindertensport ist stärker zu integrieren. Bei der Mädchen- und Frauenförderung sind Schwerpunkte zu setzen, auch in den Verbandsstrukturen. Die Kinder- und Jugendförderung, inklusive der Nachwuchsförderung ist sehr wichtig. Stärker im Fokus stehen soll auch der ungebunden stattfindende Erwachsenensport. Die vom Ehrenamt geprägte Vereinsarbeit ist zu pflegen. Gleichzeitig müssen Verbände und Vereine der zunehmenden Flexibilität und Individualisierung im Sport gerecht werden. Unter der Annahme, dass sich der Schweizer Sport in den nächsten Monaten/Jahren wandelt und mit den Eindrücken der Veränderungen durch die Coronapandemie, formuliert Swiss Olympic in seiner Zukunftsstrategie konkrete Ziele und Schwerpunkte für die nächsten Jahre. Exekutivrat und Geschäftsleitung sowie das Sportparlament von SO fassen darin zentrale strategische Herausforderungen der Zukunft des (Spitzen-)Sports der Schweiz wie folgt zusammen: Leistungs- und Spitzensport haben sich weiter professionalisiert. Die Anzahl Sportarten/-varianten ist um über 25 % gestiegen und die Kosten haben sich überproportional zur Teuerung entwickelt (verfügbare Ressourcen versus neue Ansprüche). Technische Innovation hat den Sport sowie dessen Konsum und Vermarktung maßgeblich beeinflusst. Sport und Bewegung haben ihren bereits hohen Stellenwert in der Gesellschaft gefestigt, aber es existieren zunehmend kritische Meinungen bei sportpolitischen und gesellschaftlichen Themen. Beginnend 2021, überarbeitete SO in einem umfangreichen Prozess Leitbild und Strategie unter Einbeziehung seiner Mitglieder. Erste Ergebnisse dieses Prozesses waren die Einrichtung von Swiss Sport Integrity als verbandsübergreifende, unabhängige Meldestelle und die Einführung eines für alle Sportarten verbindlichen Ethik-Statuts. Das Werte- und Selbstverständnis von SO umfasst die Förderung und Unterstützung des gesamten Sports, einschließlich Leistungssport, Nachwuchssport und Breitensport. Besonderes Augenmerk wird auf ein wertebasiertes Selbst- und Führungsverständnis gelegt, um zukünftig einen wertstiftenden Beitrag des Sports als Lebensschule für Gesellschaft und Wirtschaft, Chancengerechtigkeit für alle Menschen, insbesondere auch Geschlechtergerechtigkeit sowie Geschlechtergleichstellung, einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Ressourcen, und Inklusion und Integration von Menschen mit Beeinträchtigung zu gewährleisten.
© Copyright 2022 Olympische Winterspiele 2022: Zur Entwicklung der nationalen Spitzensportkonzepte Norwegens, der USA, der Schweiz und Kanadas im Olympiazyklus 2018-2022. Veröffentlicht von IAT. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik Leitung und Organisation Nachwuchssport
Tagging:Länderanalyse
Veröffentlicht in:Olympische Winterspiele 2022: Zur Entwicklung der nationalen Spitzensportkonzepte Norwegens, der USA, der Schweiz und Kanadas im Olympiazyklus 2018-2022
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig IAT 2022
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/2022_Schweiz.pdf
Seiten:183-242
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch