Die Bedeutung sensomotorisch-koordinativer Fähigkeiten für die Verbesserung von Golfleistungen im Nachwuchsbereich
Aus den vorliegenden Ergebnissen kann gefolgert werden, dass das sensomotorisch-koordinative Training die Golfleistungen (Technikanwendung) und die Lernfortschritte im Golfspiel (Spielkompetenz und "Spielwitz") beschleunigt. Ein Nachwuchsspieler kann im Rahmen seines Techniktrainings individuell große Fortschritte machen und mittel- und langfristig seine Spielstärke (HCP) im Leistungsaufbau ständig verbessern. Begleitend zum Trainingsalltag wird die Freude am Lernen gesteigert. Mehr Motivation erhöht die Bereitschaft, komplexe Aufgaben/Herausforderungen (golfspezifische Situationen) von innen heraus (intrinsisch) zu lösen und nebenbei wird die Lernfreude im "monotonen" Trainingsalltag aufrechterhalten. Das sensomotorisch- koordinative Training hat in der Vergangenheit sportartübergreifend in vielen Disziplinen (außer bei Spielsportarten) beim Bewegungs- und Techniklernen Anerkennung und Anwendung gefunden. Besonders in Sportarten, in denen Gleichgewicht (Koordination) und Schnelligkei/Kraft (Kondition) eine bedeutsame Rolle spielen, waren die entsprechenden Trainings- und Übungsformen (mit Trainingsgeräten und -mitteln) schon ein nicht wegzudenkender Teil des üblichen Trainings. Im Skisport (Alpin und Nordisch) werden in der gängigen Medienlandschaft bei Übertragungen vereinzelt diverse Übungen gezeigt. Beim Grundlagentraining werden die entsprechenden Trainingsreize gesetzt, und es ist nicht verwunderlich, dass es schon im Kindes- und Jugendalter zu nahezu schnörkelloser, perfekter und abgestimmter (biomechanischer) Bewegungs- und Technikanpassung kommt, die sich von der eines Spitzen- oder Weltklassesportlers nicht mehr wesentlich unterscheidet. Die sportartspezifischen koordinativen Bewegungsabläufe gleichen sich früher und später an. Eine Veränderung erfolgt lediglich im konditionell-quantitativen Bereich in Bezug auf Krafteinsatz und Geschwindigkeit. Im Vergleich Ski Alpin und Golf kann der Weltklasseskifahrer durch den besseren Krafteinsatz von Schnee- auf Eispisten wechseln und der Golfer weitere Ballflugkurven erzielen. Beide Sportarten erreichen dadurch neue Bestzeiten bzw. einen niedrigeren Score.
Um den präventiven Charakter im gesamten Nachwuchssport zu erhalten, sollte das sensomotorisch-koordinative Training von der Grundausbildung bis zum Hochleistungssport ein immer zu trainierender Part im sportartspezifischen Training sein. Dies gilt im besonderen Sinne für Nachwuchsgolfer. Das sensomotorisch-koordinative Training sollte altersgemäß und der Leistungsstärke der jeweiligen Trainingsgruppe angepasst und standardisiert werden. So können im langfristigen Leistungsaufbau die Lernerfolge nachhaltig ausgebaut und gesichert werden. Nach den erwiesenen signifikanten Verbesserungen von Golfleistungen in Technik und Spiel ergibt sich für die Golfpraxis, dass das sensomotorisch-koordinative Training im Nachwuchsgolf für individuelle Leistungssteigerungen eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann. Mit auf die jeweilige Trainingsgruppe und das Umfeld angepassten, modifizierten Trainingsübungen und Testverfahren (gezielte und wirkungsvolle Transfer- und Bewertungsmaßnahmen) können diese Trainingsformen in der Praxis wertvolle Dienste leisten.
© Copyright 2018 Von Trainern für Trainer: Sportartspezifische Ansätze, Entwicklungen und Lösungen ausgewählter Studienarbeiten der Trainerakademie Köln. Veröffentlicht von Books on Demand. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Spielsportarten Nachwuchssport technische Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Von Trainern für Trainer: Sportartspezifische Ansätze, Entwicklungen und Lösungen ausgewählter Studienarbeiten der Trainerakademie Köln |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Norderstedt
Books on Demand
2018
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| Schriftenreihe: | Von Trainern für Trainer, Heft 2018 |
| Online-Zugang: | https://www.bod.de/buchshop/von-trainern-fuer-trainer-9783748109051 |
| Seiten: | 19-35 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |