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Sportmotorische Tests in der Nachwuchsleichtathletik : Revision eines leichtathletikspezifischen Testverfahrens (Blockübergreifender DLV-Talent-Sichtungstest für das Grundlagentraining (AK 9 bis 14)) sowie Untersuchungen über Trainererfahrungen mit sportmotorischen Tests in der deutschen Nachwuchsleichtathletik

(Sports motor tests in junior athletics: revision of an athletics-specific test procedure (block-spreading DLV-talent-search test for basic training (AK 9 to 14)) as well as examinations of coaching experience with sportmotor tests in German junior athletics)

Die Testgütekriterienprüfung erfolgte auf der Ebene der einzelnen Testaufgaben. In Bezug auf die Retest-Reliabilität konnten zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. In Bezug auf die Validität - bestehend aus kongruenter und prognostischer Kriteriumsvalidität sowie expertenbezogener Inhaltsvalidität - konnten mit einigen Abstrichen ebenfalls zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Die Sprungweiten der beiden Durchführungsvarianten des Dreierhops mit der Landung in den Sand bzw. auf Kunststoff konnten als vergleichbar bewertet werden. Die Ergebnisse der Interviewstudie zu Trainererfahrungen mit sportmotorischen Tests zeigen, dass viele Trainer sportmotorische Tests schätzen, diese aber nicht oder nicht richtig anwenden, sondern sich bei wichtigen Entscheidungen auf andere Kriterien verlassen. Ebenso lehnen einige Trainer sportmotorische Tests im Training und zu Auswahlzwecken ab. Eine mögliche Erklärung ist ggf. in der Trainerausbildung in Deutschland zu suchen. Folgende Schlussfolgerungen können aus den Ergebnissen dieser Dissertation gezogen werden: - Die Testaufgaben des MT2-B Leichtathletik eignen sich als eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl von Schülern für die Sportklasse acht an den NRW-Sportschulen. - Die Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es nicht klar ist, ob insbesondere die prognostische Validität den erforderlichen Ansprüchen genügt. Um die Auswahlentscheidungen zu verbessern, müssen deshalb neben dem MT2-B Leichtathletik die weiteren Kriterien des MT2-Testkonzepts im Sinne eines weiten und dynamischen Talentbegriffes berücksichtigt werden. - Ein weiterer Schwachpunkt des MT2-B Leichtathletik ist die Heterogenität der Sportart Leichtathletik, da spätestens ab dem späten Jugendalter eine Disziplinspezialisierung stattfinden muss und demnach der MT2-B Leichtathletik, der den Anspruch hat, alle Disziplingruppen abzudecken, zu allgemein angelegt ist. - Die dargestellten Trainererfahrungen mit sportmotorischen Tests zeigen, dass in Bezug auf die Trainerausbildung mehr Wissen über sportmotorische Tests gelehrt werden sollte, wenn man von der Prämisse ausgeht, dass Trainer im Nachwuchsleistungssport der Leichtathletik kompetente Testleiter sein sollen. - Die berichtete Theorie-Praxis-Diskrepanz des Wissens über sportmotorische Tests ist nur ohne Belang, wenn Trainer andere Kriterien zur Diagnose der Leistung heranziehen (können) und gleichermaßen erfolgreich sind bzw. die Auswahlentscheidungen, die getroffen werden, von den Betroffenen gleichermaßen akzeptiert werden.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science endurance sports strength and speed sports junior sports
Language:German
Published: Karlsruhe 2016
Edition:Karlsruhe: Universität Karlsruhe, 2016. - 359 S.
Online Access:https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000065208/4031150
Pages:359
Document types:dissertation
Level:advanced