Prognostische Bewertung von Leistungstest-Ergebnissen im Modell der fuzzy-basierten Trainingswirkungsanalyse
Das Modell der fuzzy-basierten Trainings Wirkungsanalyse Im Skilanglauf wurde erstmalig zur 11. Frühjahrsschule (Bitterlich, Kutzer & Ostrowski, 2009) vorgestellt und seitdem weiterentwickelt (Bitterlich & Ostrowski, 2012). Mit diesem Modell wird ein Zusammenhang von Veränderungen in der Trainingsstruktur und den Veränderungen der Wettkämpfleistung quantifiziert. Kernstück der Modellierung ist die Fuzzyfizierung der Eingangsdaten (Stundenumfang ausgewählter Trainingskomponenten) und der Ausgangsgröße (Saisonleistung, gemessen in FIS-Punkten) mittels Bewertungsfunktionen. Die Bewertung lasst sich verbal als Erfüllungsgrad bezüglich vorgegebener Referenzwerte interpretieren, einerseits die Empfehlungen des Rahmentrainingsplans und andererseits der Vergleich zur Weltspitze im Skilanglauf. Der grundlegende Zusammenhang basiert dann auf den plausiblen Regeln "WENN die Trainingskomponenten wirksam sind, DANN ist die Wettkampf leistung gut". In zahlreichen Einzerfalluntersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass mit dem Modell der Trainings Wirkungsanalyse ein Beitrag zur retrospektiven Untersuchung der Saison leistung geleistet werden kann. Der Einfluss von Änderungen der Trainingsstruktur auf die realisierte Leistungsentwicklung wird quantifiziert und kann durch fiktive Modifikationen des geleisteten Trainingsumfangs veranschaulicht werden.
Eine Anwendung des Modells in der Trainingsphase vor einer Wettkampfsaison für die Leistungsprognose oder gar für die Trainingsoptimierung erschien bislang modellbedingt nicht möglich. Nun wird durch die Einbindung der Ergebnisse von Leistungstests ein neuer Zugang eröffnet. Dabei folgen diese den gleichen Grundprinzipien:
- Anhand von Orientierungswerten können aktuelle Ergebnisse hinsichtlich ihres Erfüllungsgrads eines leistungsorientierten Niveaus fuzzyfiziert werden.
- Es kann die allgemeine Regel "WENN das Testniveau gut ist, DANN ist eine gute Wettkampfleistung möglich" angenommen werden.
Die als Referenz dienenden Orientierungswerte basieren auf den am IAT regelmäßig durchgeführten explorativen Datenanalysen, die einen Vergleich konkreter Testergebnisse mit den Ergebnissen der aktuell besten Sportler ermöglichen. Eine Vorstellung dieser Arbeiten demonstriert die Interpretationsmöglichkeit der Korrelations- und Regressionsanalysen. Die Quantifizierung des Zusammenhangs der Testergebnisse mit der Wettkampf leistung erfolgt im bestehenden Modell der Trainingswirkungsanalyse. Es wird vorgestellt, wie die Vorjahresergebnisse für die prognostische Bewertung ausgewertet werden.
© Copyright 2016 Technologien im Leistungssport 1: Tagungsband zur 17. Frühjahrsschule am 15./16. April 2015 in Leipzig. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft Naturwissenschaften und Technik |
| Tagging: | Fuzzy-Logik |
| Veröffentlicht in: | Technologien im Leistungssport 1: Tagungsband zur 17. Frühjahrsschule am 15./16. April 2015 in Leipzig |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2016
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| Schriftenreihe: | Schriftenreihe für Angewandte Trainingswissenschaft, 4 |
| Online-Zugang: | https://open-archive.sport-iat.de/sponet/SR_2016_4_bitterlich_prognostische.pdf |
| Seiten: | 109-116 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |