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Schulentwicklung durch sportliche Profilierung - Eine Evaluationsstudie der Qualitätsentwicklung an den hessischen Partnerschulen des Leistungssports

(School development through sport profiling - An evaluation study of the quality development of the Hessian elite sports partner schools)

Die vorliegende Untersuchung geht von der Frage aus: Wie gut und auf welche Weise wer-den die Partnerschulen des Leistungssports den Anforderungen der Qualitätsentwicklung gerecht? Partnerschulen des Leistungssports werden dabei als sportlich profilierte Schulen angesehen. Die Aufgabe der Partnerschulen ist es als federführende Schulen die zentrale Koordinationsinstanz der Schulsportzentren zu bilden (Hessisches Kultusministerium & Landessportbund Hessen e.V., 2006). An ihnen sind damit Akteure und Ressourcen der Talentförderung in Hessen gebündelt. Als sportlich profilierte Schule haben sie die Funktion, die Doppelbelastung der Nachwuchsathleten zu kompensieren. Vor dem Hintergrund einer ressourcenaufwändigen Begleitung der Nachwuchsathleten, kann man davon ausgehen, dass die Profilierung auch besondere Anforderungen an die Entwicklung der Schule stellt. In Anlehnung an aktuelle Theorien zur Schulentwicklung stellen sich damit auch besondere Anforderungen an die Qualitätsentwicklung. Es stellt sich daher die Frage, wie gut und auf welche Weise es den Schulen gelingt, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die Untersuchung unterscheidet - in Anlehnung an den Referenzrahmen Schulqualität (IQ, 2011) und weitere Modelle der Qualitätsentwicklung (u.a. Scheerens, 1990; Ditton, 2000) - sieben verschiedene Bereiche der Schulentwicklung, die sich in die Kategorien Input, Prozess und Output untergliedern. Vor dem Hintergrund der dargestellten Ergebnisse fällt das Fazit ambivalent aus. Insbesondere die Kritik an der Zusammenarbeit mit den Vereinen, am unökonomischen Einsatz der Lehrer-Trainer und an den gemischten Sportklassen legen einen Optimierungsbedarf des Landesprogramms nahe. Mit Blick auf die Partnerschulen ist aber zu resümieren, dass bei stark einseitig ausgeprägten Strukturen Konflikte innerhalb der Schule auftreten können. Im Sinne der sportlichen Förderung der Schüler ist eine Optimierung der Landesprogrammstrukturen vor allem im Bereich der Kooperation der Schulen, Vereine und Verbände dringend angeraten. Die bisherige Situation stellt sich als sehr zeit- und ressourcenaufwändig dar und entsprechend der Ergebnisse der ersten Untersuchungsphasen wird deutlich, dass nicht alle Schulen diese Probleme bewältigen können. Es ist davon auszugehen, dass an diesen Standorten personelle wie auch materielle Ressourcen inadäquat eingesetzt werden. Im schlimmsten Fall bleiben Talente unentdeckt oder werden nicht angemessen gefördert. Die Lösung besteht an dieser Stelle zum einen in einer Konzentration der Standorte, um an diesen Lehrkräfte, Trainer und natürlich Athleten zu bündeln, zum anderen gilt es aber auch, die scheinbar geringe Kenntnis der Vereine und Verbände über das Landesprogramm zu beheben. Dies kann eine Aufgabe der SSZ-Koordinatoren sein, sollte aber zugleich viel stärker durch den Landessportbund und dessen Fachverbände betrieben werden.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science school sport junior sports
Language:German
Published: Kassel Universität Kassel, Institut für Sport und Sportwissenschaft 2013
Edition:Kassel: Universität Kassel, Institut für Sport und Sportwissenschaft, 2013.- 169 S.
Online Access:http://d-nb.info/1049818784/34
Pages:169
Document types:dissertation
Level:advanced