Integration fahrdynamischer Parameter der Bootsbewegung in die biomechanisch gestützten Empfehlungen zur Formierung von Bootsbesatzungen und Feedbacktraining im Rennboot (U 23 und Juniorennationalmannschaften 2011)

Die Auswahl der leistungsstärksten deutschen Juniorenruderinnen bzw. -ruderer und deren Sitzpositionierungen im Rennboot erfolgt jährlich auf Basis der erzielten Regattaergebnisse sowie anhand von leistungsphysiologischen Befunden (Mattes, 2010). Dabei werden insbesondere die individuelle ruderspezifische Leistungsfähigkeit unter den Bedingungen der Groß- und Mittelboote berücksichtigt. Die Formierung der neuen Bootsbesatzungen und deren rudertechnische Vorbereitung auf den internationalen Wettkampfhöhepunkt (Junioren- und U23 Weltmeisterschaften) verlangt die Optimierung der Ruderleistung und -technik sowie deren Feinstellung im Mannschaftsgefüge in vergleichsweise kurzer Zeit, um die international geforderte hohe Bootsgeschwindigkeit im Ruderrennen erreichen zu können. Dieser Prozess kann durch biomechanisch gestütztes Feedbacktraining schnell und zielgerichtet gesteuert werden und die Arbeit der erfahrenen Trainerin bzw. des erfahrenen Trainers unterstützen. Aus den ersten Ergebnissen zur mehrdimensionalen Messung der Bootsbewegung lassen sich folgende Erfahrungen ableiten: 1. Das neue Messsystem verfügt über den Vorteil, dass die Messung der Bootsbewegung synchron für die Roll-, Gier- und Stampfbewegung des Bootes sowie für die Bootsbeschleunigung und -geschwindigkeit erfolgt. 2. Zwischen den Schlagfrequenzen und den Amplituden der Stampfbewegung zeigten sich signifikante Unterschiede. Dieser Haupteffekt besitzt eine sehr hohe Effektstärke und wirkt in Abhängigkeit von der Schlagfrequenz. Zudem ist eine Korrelation zwischen der Stampfbewegung und Bootsbeschleunigung erkennbar. 3. Die mehrdimensionale Messung der Bootsbewegung sollte in die Routinediagnostik übernommen werden, weil sich daraus weiterführende Informationen zur individuellen Rudertechnik und Krafterzeugung sowie deren Auswirkungen auf die Bootsbewegung ableiten lassen, die trainingsmethodisch relevant sind. Das sind im Einzelnen Aussagen zum Zusammenhang zwischen der Krafteinleitung am Innenhebel und der Bootsbewegung (Querbeschleunigungen und Krängung) sowie zum Zusammenhang zwischen vertikalen Komponenten der Stemmbrettkraft und der Stampfbewegung zur individuellen Gestaltung der vorderen Bewegungsumkehr und Druckaufnahme und innerhalb der Durchzugsphasen.
© Copyright 2012 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12. Veröffentlicht von Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Bundesinstitut für Sportwissenschaft 2012
Online-Zugang:http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_201112_Artikel/Mattes_89_93.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Seiten:89-93
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch