Technikanalyse und Kraftdiagnostik zur Leistungsoptimierung beim Springen der Spitzenathletinnen und -athleten im Beach-Volleyball sowie der Nachwuchskader
(Technique analysis and strength diagnostics to optimize jumping performance in female and male elite athletes as well as in junior athletes in beachvolley)
Acht Spitzenspieler der Deutschen Rangliste absolvierten zu zwei Zeitpunkten der Saison 2005 eine Leistungsdiagnostik (isometrische beidbeinige Maximalkraft, standardisierte Sprungkraftdiagnostik, Analyse der Take-Off-Bewegung auf Sand hinsichtlich der produzierten Kraft-Zeit-Verläufe sowie des Timings, videobasierte Bewegungsanalyse diskreter Merkmale der Bewegung). Orientiert an den Ergebnissen aus T1 (Ist-Zustandsanalyse) wurden Trainingsempfehlungen für Kraft- und Techniktraining gegeben. Im Ausgangstest (T2, Mai 2005) wurde die Analyse der Take-Off-Bewegung auf Sand wiederholt. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mithilfe der Softwarepakete von EXCEL, Grapher und SPSS.
Die beach-spezifischen Sprünge (Take-Off zum Angriffsschlag) wurden unter zwei Treatments absolviert. Die Aufgabe in Treatment 1 lautete: Springe einen maximal hohen Take-Off mit Simulation der Schlagarmbewegung! Die Aufgabe in Treatment 2 lautete: Schlage den vom Partner am Netz angeworfenen Ball maximal fest über das Netz in das gegnerische Feld! Treatment 1 ermöglicht Aussagen dazu, in welcher Ausprägung die erhobenen Parameter in Zusammenhang mit der Sprunghöhe stehen, was das Erstellen von Technikleitbildern eröffnet. Treatment 2 ermöglicht vergleichend dazu eine Analyse der Take-Off-Bewegungen in Anpassung an den Ballflug und stellt somit den spielnahen Bezug der Untersuchung zum Beach-Volleyball her.
Trotz interindividueller Unterschiede innerhalb der Bewegungsorganisation zum Take-Off der Spitzenathleten lassen sich auf der Grundlage dieser Ergebnisse und aus bisherigen Untersuchungen zur Erreichung großer Sprunghöhen auf Sand (Vetter & Nicol, 2004; Vetter et al., 2004) Richtwerte zum einen für das Timing von Teilbewegungen bestimmen. Die Zeiten für Einstemmen, Beisetzen des Beistellbeines (Close time) sowie Verdichtung des Sandes (Verdichtungszeit) sollten danach im Verhältnis 1:1 zur Streckzeit (Support time) stehen. Zweitens führt eine verstärkte Aktivierung des Beistellbeines (im Krafttraining wie auch im Techniktraining) zu deutlich verbesserten Kraftimpulsen beim Take-Off, was in signifikant positivem Zusammenhang zur Sprunghöhe steht. Die videobasierte Analyse der Fußaufsatztechnik beim Einstemmen und diskreter Bewegungsmerkmale im tiefen Umkehrpunkt der Bewegung bestätigen ebenfalls die Ergebnisse der Pilotstudien (Vetter, 2004; Vetter & Voigt, 2005), wonach ein Einstemmen über die Ferse, ein Kniewinkel zwischen 90° und 100° und vor allem ein deutliches Absetzen hinter die Füße von um die 115° große Sprunghöhen ermöglicht.
Diese Anpassungen im spezifischen Bewegungsablauf führten zu einer signifikanten Verbesserung in den Sprunghöhen in beiden Treatment-Situationen (ohne allerdings die spezifischen Sandeigenschaften zu berücksichtigen; Vetter & Nicol, 2004).
© Copyright 2005 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2005/06. All rights reserved.
| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | training science junior sports biological and medical sciences sport games |
| Published in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2005/06 |
| Language: | German |
| Published: |
Bonn
2005
|
| Online Access: | http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_200506_Artikel/Ferrauti.pdf?__blob=publicationFile |
| Pages: | 203-208 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |