Förderkonzept 2012
(Elite sport support concept 2012 )
Die Förderung der Trainings- und Wettkampfmaßnahmen der Spitzenverbände erfolgt in erster Linie aus Bundesmitteln. Der Bundesminister des Innern stimmt die Zuwendungen mit dem Deutschen Sportbund/Bereich Leistungssport auf der Basis der von den Spitzenverbänden eingereichten Jahresplanungen ab. Die Finanzierungsvorschläge des Bereichs Leistungssport erfolgen unter Leistungs- und Leistungsentwicklungsgesichtspunkten, um den Spitzensport sportfachlich und finanziell mit gleichen Bewertungskriterien und -maßstäben auf der Grundlage der Eigenständigkeit seiner Mitgliedsorganisationen weiterzuentwickeln.
Im Vordergrund steht dabei primär ein zielgerichtetes Heranführen der Nachwuchs- und Spitzenkader an die individuellen Leistungsgrenzen unter Berücksichtigung der olympischen Wettkampfrhythmen mit dem Zielwettkampf Olympische Spiele. In der mittel- und langfristigen Vorbereitung der Spitzensportler auf eine erfolgreiche Beteiligung am internationalen Leistungssport spielen auch die Europa- und/oder Weltmeisterschaften eine wesentliche Rolle. Voraussetzung für eine Förderung ist der Strukturplan des Verbandes für den laufenden olympischen Zyklus.
Mit dem Förderkonzept sollen für die Spitzenverbände positive, an den übergeordneten spitzensportlichen Zielstellungen und den verbandsspezifischen Bedingungen orientierte Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Förderkonzept soll damit nicht nur rein "vorleistungsorientiert", sondern auch zielgerichtet und an den Möglichkeiten der Leistungsentwicklung der Verbände im internationalen Vergleich angelegt sein. Damit wird zukünftig der internationale Stellenwert der Sportarten noch mehr die Grundlage der Ausdifferenzierung der Förderung bilden.
Das Förderkonzept 2012 zielt darauf ab,
- den Spitzenverbänden des Deutschen Sportbundes weiterhin über die Jahresplanung eine Förderung in den jeweils für die internationalen Aufgaben qualifizierten Sportarten und Disziplinen zu gewähren;
- unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangslage der Sportarten die Förderung auf die potenziellen Leistungsträger für Olympische Spiele (TopTeamKader-Bildung) zu konzentrieren, um die bestmögliche und aussichtsreichste individuelle Förderung für alle ausgewählten Athletinnen und Athleten einschließlich der Anschlusskader zu erreichen;
- weiterhin eine gezielte Förderung der Nachwuchsbereiche zu gewährleisten;
- den Einsatz aller verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen zu sichern, um die strategischen Zielstellungen innerhalb der anstehenden Vorbereitungsjahre zielgerichtet zu unterstützen;
- einen flexibleren Mitteleinsatz in Abhängigkeit vom aktuellen Leistungsstand und einer erfolgsorientierten Leistungsentwicklung über die Formulierung und Förderung von Projekten (bisherige Olympiasondermittel) zu gewährleisten;
- eine noch stringentere Anwendung der Fördermaßnahmen des Förderkonzepts zu garantieren;
- Verwaltungsvereinfachungen durch Festbetragsfinanzierungen oder Anteilsfinanzierung des Sockels durch den Bundesminister des Inneren sicherzustellen;
- unter Berücksichtigung bzw. gebündelter Einbeziehung aller beteiligten Institutionen und Organisationen des deutschen Spitzensports den zielgerichteten Einsatz von Mitteln "Dritter" (wie z.B. Sporthilfen, Sponsoren) zu ermöglichen und
- die Einteilung der Sportarten-/Disziplinblöcke (siehe Technischer Teil) zu überprüfen.
Die Bildung von TopTeams, die sich im Wintersport mit dem TopTeamTurin bewährt hat, ist zu realisieren. Außerdem muss eine weitere Anpassung und Effektivierung der Kaderstrukturen bis in die Landesstrukturen hinein erfolgen.
Die Übertragung des Förderkonzepts der Bundesebene auf die Länderebene sollte auf Basis der Erfahrungen der letzten Jahre nicht direkt erfolgen. In der Einordnung der Sportarten muss den regionalen und traditionellen Besonderheiten der Bundesländer Rechnung getragen werden. Gerade die regional erfolgreichen Sportarten/Disziplinen sollten in der Förderkonzeption der Länder noch stärker berücksichtigt und die Einstufung in die Fördergruppen auf Bundesebene, vor allem für die Fördergruppen III und IV, nicht mit der Förderung auf Landesebene direkt verbunden werden. Dabei ist jedoch eine enge Verzahnung der Länder- mit der Bundesförderung, vor allem vor dem Hintergrund von Leistungsentwicklungspotenzialen und Konzentrationsbemühungen für den Gesamterfolg im Spitzensport, unabdingbar.
Das Förderkonzept auf Bundesebene geht von der Absicht der Spitzenverbände aus, sich im internationalen Vergleich zu messen und den eigenen Leistungsstand auf Weltniveau zu halten bzw. anzuheben. Die nationalen Wettkampfsysteme (von Regional- bis zu Deutschen Meisterschaften) stellen die Basis für die Beteiligung auf internationaler Ebene (im Nachwuchs- und Spitzenbereich) dar und führen zur Bildung der Leistungskader für die internationalen Aufgaben.
Bisherige Olympiakonzeptionen des Deutschen Sportbundes/Bereich Leistungssport setzten erst im vorolympischen bzw. olympischen Jahr ein. Mit der frühzeitigen Bildung eines TopTeamKaders wird ein neuer Weg beschritten. Diese Konzeption zielt darauf ab, bereits in der nacholympischen Saison mit der systematischen und individualisierten Olympiavorbereitung zu beginnen. Mit der Zugehörigkeit zum TopTeam müssen für die Athletinnen und Athleten in enger Abstimmung mit den Spitzenverbänden, dem Deutschen Sportbund/Bereich Leistungssport, dem Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland und der Stiftung Deutsche Sporthilfe sowie weiteren wichtigen Partnern optimale sportliche, soziale und wirtschaftliche Umfeldbedingungen geschaffen werden, die einer erfolgreichen Teilnahme an Olympischen Spielen dienen. Neben der sportlichen Leistungsentwicklung muss verstärkt das schulische, berufliche und private Umfeld mit einbezogen werden (Duale Karriereplanung). Finanzielle Absicherung,öffentliche Anerkennung sowie berufliche Perspektive machen das sportliche Ziel attraktiv und lassen sowohl für die Sportlerinnen und Sportler als auch für die Partner eine Situation gegenseitigen Nutzens entstehen.
Die Formierung eines sportartspezifischen TopTeamKaders gibt den Olympischen Spitzenverbänden die besondere Möglichkeit, Projektmittel für ihre potenziellen Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmern zu erhalten. In den Sportspielen wird grundsätzlich kein TopTeamKader gebildet.
Über die Beurteilung der Förderungswürdigkeit neuer, bisher nicht geförderter und aus dem olympischen Programm ausgeschiedener Sportarten und Disziplinen berät der Bundesvorstand Leistungssport jeweils von Fall zu Fall. Im Aufnahmefall auf Antrag des zuständigen Spitzenverbandes unter Berücksichtigung der nationalen und internationalen Entwicklungsaussichten sowie der finanziellen Gegebenheiten.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | sport history and sport politics junior sports |
| Language: | German |
| Published: |
Frankfurt/Main
DSB
2004
|
| Online Access: | http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dsb/arbeitsfelder/ids/files/downloads_pdf/F_rderkonzept2012neu.pdf |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |