Koordinative Leistungsvoraussetzungen im Basketball
(Co-ordinative performance pre-suppositions in basketball)
Im Konzept der körperlich-sportlichen Grundausbildung von Kindern und Jugendlichen ist die individuelle (sport)motorische Handlungskompetenz eine bedeutende Zielgröße. Nach HIRTZ (1995, 102) umfaßt sie "alle wesentlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches motorisches Handeln" und wird "als Einheit konstitutioneller, koordinativer, konditioneller, kognitiver, motivational-emotionaler und kooperativ-sozialer Komponenten der Regulation motorischer Tätigkeit bestimmt". Die Komplexität sportlicher Leistungen kommt in den Sportspielen besonders deutlich zum Ausdruck. Neben den psychomoralisch-volitiven Faktoren macht der Ausprägungsgrad bei den technomotorischen Fertigkeiten (Technik), den taktisch-kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten (Taktik) sowie den konditionell-koordinativen Fähigkeiten (Kondition) die eigentliche Spielfähigkeit aus, die sich anschließend in Spielhandlungen niederschlägt und am Ende die Spielleistung bestimmt (vgl. HOHMANN 1985, 68).
Basketball ist eine situative Sportart und stellt demzufolge hohe Anforderungen an Wahrnehmungs-, Antizipations- und Entscheidungsprozesse, an das situationsadäquate Orientieren, genaue Differenzieren, auswählende Reagieren, an das schnelle Entscheiden und gegebenenfalls zweckmäßige Umstellen - an koordinative Leistungsvoraussetzungen also (vgl. HIRTZ/SASS 1988, 411-412).
Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung war die Frage, in welcher Weise die "Komponente Koordination der motorischen
Handlungskompetenz" (HIRTZ 1995, 103) in verschiedenen deutschen Nachwuchs-Leistungssport-Konzeptionen Eingang findet. Anwendungsfelder wären zum Beispiel die Talentsuche, Talenterkennung, Talentsichtung, Talentauswahl, Talentförderung und Talentbewahrung. Den Schwerpunkt der Analyse bildeten Dokumente der Basketball-Fachverbände, in denen nach Aussagen über die koordinative Ausbildung von Kaderspielern und Kaderspielerinnen geforscht wurde. Der Vollständigkeit halber sind auch Quellen des Deutschen Sportbundes mit einbezogen worden.
Folgenden Leitfragen ging die Untersuchung nach:
1. Welche begriffliche Form ist in den Konzeptionen für die Vorgänge der Bewegungskoordination bzw. Bewegungsregulation verwendet worden?
2. Werden koordinative Leistungsvoraussetzungen als Sichtungs-, Trainings- oder/und Kontrollinhalte (Wettkampfinhalte) beschrieben?
3. Welche Bedeutung wird den koordinativen Leistungsvoraussetzungen für die Basketball- Ausbildung von talentierten Kindern und Jugendlichen beigemessen ?
4. Gibt es didaktisch-methodische Hinweise für die Verbesserung koordinativer Leistungsvoraussetzungen im Basketball-Trainings- bzw. Wettkampfprozeß?
5. Lassen sich aufeinander bezugnehmende Aussagen über die koordinativen Leistungsvoraussetzungen zwischen den einzelnen
Dokumenten etwa in Form eines Spiralcurriculums erkennen (Deutscher Sportbund, Deutscher Basketball Bund, Basketball-Landesverbände, Basketball-Bezirksverbände, Basketball-Vereine/-Internate) ?
Das besondere Augenmerk der Untersuchung lag dabei auf dem Altersbereich der 11-15jährigen Talente (D-/C-Jugend im Basketball), die als sogenannte D-Kader in der Förderung vor allem der Bezirks- und Landesverbände, z.T. auch schon des Bundesfachverbandes (D/C- und C-Kader) stehen.
| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | sport games junior sports |
| Language: | German |
| Online Access: | http://www.bbcoach.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=116 |
| Document types: | electronical publication |
| Level: | intermediate |