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Nachwuchskonzepte im Fußball. Talenterkennung und Talentförderung

Beim Vergleich des Erscheinungsdatums der Arbeit (2015) im Diplomica Verlag und der verwendeten Literatur (die jüngste stammt aus dem Jahr 2001) kann schnell die Frage entstehen: Kann uns diese Arbeit nach 15 Jahren etwas Neues bieten? Ein etwas weitergehendes Nachdenken sollte dann den Blick auf die Jahrtausendwende lenken, insbesondere auf die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und in Belgien. Bei dieser Kontinentalmeisterschaft wurde das deutsche Team in seiner Gruppe Vierter und Letzter, was fußballerisch als Katastrophe und nicht hinnehmbar betrachtet wurde. Dieses Resultat, das machten schnell einsetzende Analysen deutlich, war kein Zufallsprodukt oder nur sportliches "Pech". Es war auch und nicht zuletzt das Resultat einer fehlenden Nachwuchs- bzw. Ausbildungskonzeption im DFB wie auch in seinen Spitzenvereinen. Damit wurde auch eine Diskussion um den bisherigen und perspektivischen Weg des Deutschen Fußball-Bundes mit Blick auf die Talenterkennung und Talentförderung angestoßen, die schnell Fahrt aufnahm. In ihrem Rahmen begann auch die Untersuchung des Entwicklungswegs der Spieler der zum damaligen Zeitpunkt dominierenden Teams, vor allem der Spieler Frankreichs. Es galt, die besten Erfahrungen des Auslands mit den Möglichkeiten im Nachwuchsleistungssport des größten deutschen Sportverbands zu verbinden und daraus eigene Ideen und Ausbildungskonzepte zu entwickeln. Letztlich musste auch intensiv über den organisatorischen Rahmen diskutiert werden, in dem eine vom Sportverband trainingsmethodisch geführte sportliche Talentausbildung stattfinden sollte. Genau in diese Zeit und in diese Diskussionen führt den Leser die Arbeit von Mirko Friedrich. Dabei legt er den inhaltlichen Schwerpunkt auf das im Ergebnis vorgestellte und umgesetzte Konzept "Talente fordern und fördern" aus dem Jahr 2001. Um dahin zu gelangen, befasst er sich aus sportwissenschaftlich-trainingswissenschaftlicher Sicht mit dem Talentbegriff und stellt in kompakter Form das Talentfördersystem im Fußball der DDR und die Talentförderung beim holländischen Spitzenklub Ajax Amsterdam vor. Die davon abgeleiteten Maßnahmen auf Vereins- und Verbandsebene zur Talenterkennung (wie dem "Tag des Talents") in den Altersklassen von der U11 bis zur U19 werden genauso vorgestellt wie die Nachwuchszentren der Bundesligavereine. Damit entsteht ein kurzer Abriss der Beschlüsse für die Talentarbeit im Deutschen Fußball-Bund um die Jahrtausendwende, die inzwischen die Basis für ein neues Bild des deutschen Spitzenfußballs wie auch der bemerkenswerten Erfolge in allen Altersklassen von der Jugend bis zum Hochleistungsbereich der Erwachsenen bilden.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:junior sports sport games
Language:German
Published: Hamburg Diplomica Verlag GmbH 2015
Pages:82
Document types:book
Level:intermediate