Eishockey lernen und verbessern
Obwohl der Eishockeysport mit seinen mehr als 28.000 Aktiven in 50 Vereinen eine sehr attraktive Sportart ist, Spiele in der Eishockey-Bundesliga stets gut besucht sind und 10.000 der aktiven Eishockeyspieler ein Alter von 14 Jahren oder jünger besitzen - und sich damit in einer sportlichen Ausbildung befinden - ist die Zahl der verfügbaren Bücher zu dieser dynamischen Mannschaftssportart doch sehr übersichtlich.
Mit seinem Buch für Spieler und Trainer zur sportartspezifischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im Eishockey kann Klaus Zieglmeier hier eine Lücke schließen. Dazu wählt er bewusst ein Vorgehen, dass sich an den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Trainierenden orientiert, gleichzeitig werden von ihm aber die wissenschaftlich-fachlichen Grundlagen seines Ausbildungskonzepts im sensomotorischen Lernen verdeutlicht. Er bezieht die Trainierenden vom ersten Augenblick an in seinen Übungs- und Trainingsprozess ein, fordert ihre Beteiligung ein und bietet ihnen Hilfsmittel an, um dieser Forderung nach Partizipation auch gerecht werden zu können.
Er entwickelt sein Lernprogramm auf der Grundlage von Selbstanweisungen, an Lerntexten, die die Kinder und Jugendlichen selbst sprechen. Sie sollen einerseits verstehen, was sie tun und warum und sie sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst die für die Trainingspraxis notwendigen Anweisungen zu geben (ohne aber den Übungsleiter oder Trainer auszublenden). Es geht ihm um die Entwicklung von Selbstständigkeit, um eigene Entscheidungen und um kurze Handlungsanweisungen, um sich eishockeytypische Techniken und Fertigkeiten durch wiederholtes Training anzueignen und schrittweise zu verbessern. Dazu empfiehlt er für die verschiedenen Trainingsschwerpunkte und Übungen kurze Anweisungen, gerne nur aus einem Verb und einem Objekt bestehend.
Die innere Gliederung des Buches umfasst sowohl das Training individueller Fertigkeiten und Fähigkeiten als auch das Erlernen und Verbessern des Zusammenspiels innerhalb eines Teams. Da sich das Buch sowohl an die Aktiven als auch an Übungsleiter und Trainer wendet, ist das Kapitel mit Tipps für Letztere nur logisch. Das abschließende Kapitel zum Krafttraining im Eishockey bzw. für Eishockeyspieler vertieft dann einen wesentlichen Aspekt der sportartspezifischen Leistungsstruktur.
Und so bietet das Buch Instruktionen für die grundlegenden Fertigkeiten wie das Eislaufen vorwärts oder das Bremsen genauso wie bereits fortgeschrittene Techniken wie Finten und den Rückhandschuss. Neben der individuellen Ausbildung bietet der Autor auch Grundlegendes zum taktischen Agieren als Mannschaft wie beispielsweise die Grundpositionen in der eigenen Abwehr oder im gegnerischen Drittel und erläutert Defensivsysteme und die Rolle des Forecheckings. Für all diese Teilthemen gibt es Übungs- und Spielformen, die alters- und leistungsgerecht sind.
Im Trainerkapitel geht das Buch auf effektive Möglichkeiten der Trainingsgestaltung ein, diskutiert die Rolle des Trainers in der Instruktion und Motivation der Trainierenden, auch hier wieder mit einem differenzierten Blick auf die Altersspezifik der Eishockeyausbildung vom 5- bis zum 15-Jährigen. Dabei betrachtet er das Training als eine Kombination sportlicher und pädagogischer Aspekte, deren Verbindung innerhalb eines Lernprozesses bei den Kindern und Jugendlichen eine der primären Aufgaben des Ausbilders ist.
Das abschließende Kapitel zum Krafttraining bietet eingangs eine Einführung in muskelphysiologische und trainingswissenschaftliche Themen, bevor Angebote für das praktische Training vorgestellt werden und Schwerpunkt definiert werden, die mit dem Krafttraining erreicht werden sollen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Borsdorf
winterwork
2015
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| Seiten: | 121 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |