Belastbarkeit und Trainierbarkeit aus internistischer Sicht unter besonderer Berücksichtigung des Immunsystems bei Nachwuchsleistungssportlern
Im Nachwuchsleistungssport spielen Talentsuche und Talentförderung eine zentrale Rolle. Dem Terminus Talent sind dabei im Spitzensport zahlreiche Definitionen gewidmet: Hohmann et al. beschreibt Talente als Personen, die "unter Berücksichtigung des bereits realisierten Trainings im Vergleich mit Referenzgruppen ähnlichen biologischen Entwicklungsstandes und ähnlicher Lebensgewohnheiten, überdurchschnittlich leistungsfähig sind [...] und bei denen man [...] prospektiv annimmt, daß sie in einem nachfolgenden Entwicklungsabschnitt sportliche Spitzenleistungen erreichen können" (Hohmann, 2005). Individuelle Entwicklungen und vielseitige Umweltfaktoren sollten jedoch Konsequenzen in Bezug auf Trainingsgestaltung und Belastbarkeitssicherung bedingen. Bevor daher die Suche nach einem Talent aufgenommen werden kann, sollten diese wesentlichen Faktoren und Kriterien definiert, validiert und schließlich berücksichtigt werden. Häufig wird Überbeanspruchung im Leistungssport mit Übertraining assoziiert, gleichbedeutend mit dem Überschreiten der Belastbarkeitsgrenze. Diese könnte jedoch durch gute medizinische, trainingswissenschaftliche und sportpsychologische Betreuung erkannt und folglich berücksichtigt werden. Bis dato fehlen jedoch dafür aussagekräftige Untersuchungen, v. a. im Nachwuchsleistungssport. Weder die derzeitige Orientierung an Belastungsnormativen der Durchschnittsbevölkerung, noch die Übertragung scheinbarer Lösungen und Ergebnisse aus dem Leistungssport auf das Nachwuchstraining, können eine drohende Fehlbeanspruchung vermeiden, da die individuelle Belastbarkeit und Beanspruchung nur unzureichend berücksichtigt werden. Neben einer Leistungsstagnation drohen schließlich Folgen, die die Leistungsentwicklung langfristig und nachhaltig, meistens unaufholbar, negativ beeinflussen und im ungünstigsten Fall zu Drop-Outs führen. Der zentralen Frage in der Sportpraxis, wie leistungsfähig und wie belastbar der Athlet ist, soll daher nachgegangen werden. Um einen wichtigen Teilbereich dieser komplexen Fragestellung zu lösen, ist es unser Ziel, wesentliche Leistungsfaktoren, die die Belastbarkeit beeinflussen, darzulegen und interne und externe Einflussbereiche auszudifferenzieren und zu bewerten - mit Schwerpunkt auf die Bedeutung von Infekterkrankungen und deren immunologische Hintergründe.
© Copyright 2011 BISp-Symposium Top-Forschung für den Spitzensport, Bonn, 15. April 2010. Veröffentlicht von Sportverlag Strauß. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Nachwuchssport Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | BISp-Symposium Top-Forschung für den Spitzensport, Bonn, 15. April 2010 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sportverlag Strauß
2011
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| Seiten: | 127-137 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |