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Zur sportlichen Belastbarkeit der Halte- und Bewegungsorgane im Kindes- und Jugendalter

Zusammenfassung Die sportliche Belastbarkeit der Haltungs- und Bewegungsorgane im Kindes- und Jugendalter wird bestimmt durch die mit dem Wachstum, aber auch mit der Belastung einhergehenden Veränderungen seiner verschiedenen Gewebe. Die elastomechanischen Eigenschaften der Binde- und Stützgewebe sind durch eine gute Verformbarkeit und damit gute Dämpfungskapazität gekennzeichnet. Dem entgegen steht eine in Relation zum Erwachsenen geringere Gewebemasse, die eine entsprechend geringere Belastbarkeit eines Belaslungsquerschnitts mit sich bringt Dieser Nachteil wird durch die besonders gute funktioneile Anpassungsfähigkeit der wachsenden Binde-und Stützgewebe, eine ausreichend systematische Belastungssteigerung vorausgesetzt, kompensiert, so dass auch im Kindes- und Jugendalter sehr hohe Belastungen, wie sie die sportmotorischen Leistungsziele im Leistungs- und Hochleistungssport erfordern, schadensfrei toleriert werden können. Die Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen wird wahrscheinlicher, je weniger die Sportmotorik beherrscht wird und damit je mehr Ausweichbewegungen keine optimale zeitliche und räumliche Lastverteilung über einen Belastungsquerschnitt zulassen. Diese gleichermaßen überbelastungs-trächtigen aber auch leistungslimitierenden Voraussetzungen sind in der Phase des pubertären Wachstumsschubs und damit in der Phase der Disproportionierung des Haltungs- und Bewegungsapparates zusammen mit dem zeitlich verzögerten Skelettmuskelwachsturn besonders stark ausgeprägt. Sie werden durch ermüdende Belastungen in dieser Phase entsprechend verstärkt. Eine Strategie dies zu vermeiden erscheint aus zweierlei Sicht sinnvoll und erweist sich erfahrungsgemäß als erfolgreich: Die Trainingsintensität und den Trainingsumfang über die Fähigkeit eine optimale Bewegungsqualität zu erhalten, zu bestimmen, wodurch der Prozess des motorischen Lernens weder durch fehlerhafte Bewegungsabläufe noch durch unnötige Überbelastungsprozesse beeinträchtigt werden kann. Die Anwendung dieser Vermeidungsstrategie erscheint im Interesse einer optimale Nutzung des sportmotorischen Leistungspotentials ebenso sinnvoll wie in einer Vermeidung von Überbelastungsschäden im Kindes- und Jugendalter oder Spätschäden im Erwachsenalter.
© Copyright 2010 Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Nachwuchssport Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2010
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 196
Seiten:30-44
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch