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Planirovanie trenirovocnoj nagruzki nacinajuscich velocipedistov

Heute ist das Erbringen sportlicher Höchstleistungen ein umfassender, ganzheitlicher Prozess. Verf. widmet sich einem der methodischen Probleme der Vorbereitung von Athleten im Radsport - der Belastungsverteilung vom Anfänger- bis zum Hochleistungsbereich. Das Anfängeralter ist in den letzten Jahren immer weiter heruntergegangen - in Russland liegt es bei neun Jahren, in einigen Ländern bereits bei 5-6 Jahren (unter anderem haben auch neue Disziplinen wie BMX dies befördert). Um herauszufinden, wie die optimale Belastungsverteilung im langfristigen Leistungsaufbau ist, wurde ein mehrjähriges Experiment zu den Belastungen vom Anfänger bis zum Olympioniken durchgeführt. In den Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) wird im Anfängerbereich in der Regel 3x 2 h/Woche trainiert. Anschließend wird eine Erhöhung der Anzahl der Trainingseinheiten (TE) sowie der Länge der TE vorgeschlagen. Verf. hat festgestellt, dass 2 h Belastungszeit im Anfängerbereich recht hoch sind, die Pausen zwischen den Einheiten dagegen sehr lang. So wurde von Anfang an das Training auf die gesamte Woche verteilt - 13 Einheiten, mit Ausnahme des Sonntagnachmittags. Der wöchentliche Gesamtumfang lag nicht über 9-10 h. Eine besondere Bedeutung hatte die Organisierung des Trainings, das am Anfang direkt vor und nach dem Unterricht in den Schulen stattfand. Die erste TE (Radergometer) fand zur 0. Stunde statt und betrug 30-40 min, die zweite (allgemeines Training) dauerte 40 min. Das einmalige Training am Sonntag war eine über 90-120 min. gehende Spiel-Einheit. Das Ziel dieser Methodik war es, die jungen Athleten von Anbeginn an die Notwendigkeit täglichen Trainings zu gewöhnen. So wurde in den darauffolgenden Jahren die Belastung durch Verlängerung der Dauer der Trainingseinheiten realisiert. Die Beibehaltung der Anzahl von 13 TE lässt auch im Erwachsenenalter weiterhin neben dem Training sowohl eine mittlere wie auch eine höhere Ausbildung zu. Im Experiment wuchs die Anzahl der TE der das gesamte Jahr über stationär trainierenden Athleten bis auf 4 am Tag mit einem Gesamtumfang von 6 h. In der Woche wurden bis zu 27 TE erreicht. Nach Erreichen eines hohen physischen Niveaus, als sich die Wettkampftätigkeit nicht mehr mit dieser Belastungsverteilung vereinbaren ließ, wurde die Anzahl der TE verringert - der Gesamtumfang pro Tag jedoch beibehalten oder leicht erhöht. Aus der Experimentalgruppe gingen zwei Olympiasieger und Weltmeister hervor. Verf. glaubt, dass frühere Trainingsplanungen für den Anfängerbereich Radsport nicht optimal sind und die Ergebnisse des Experiments möglicherweise auch auf andere Ausdauersportraten übertragbar sind. Für eine wie im Experiment durchgeführte Trainingsgestaltung ist jedoch eine hohe Organisation und eine gute Zusammenarbeit mit der Schule erforderlich. Verf. ist überzeugt, dass der sportliche Werdegang im Kindesalter vorprogrammiert wird. Insbesondere die Anfänger haben dabei eine entscheidende, zukunftsweisende Bedeutung (der Sportler wird "programmiert"). Bei Betrachtung des Zeitbudgets eines Nachwuchs- und später eines erwachsenen Radsportlers fällt ein ständiges Zeitdefizit auf: Die Belastungsumfänge im Training und Wettkampf belaufen sich beim erwachsenen Radsportler auf 45-50.000 km/Jahr allein auf dem Rad. Die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Zielstrebigkeit sowie ein hochgradig organisiertes Leben. Die Realisierung ist nur möglich an speziellen Trainingszentren (z.B. Zentren der olympischen Vorbereitung/olympische Trainingszentren). Für den späteren sportlichen Entwicklungsweg ist Vielfältigkeit im (Anfänger-) Training von großer Wichtigkeit. Neben der Vielfältigkeit im physischen Training muss der junge Athlet auch damit klarkommen, im Team zu leben und zu arbeiten, den ganzen Tag - sowohl in der Schule als auch beim Training - mit den Sportkameraden zusammen zu sein. Die Konzeption lässt sich nur unter "stationären Bedingungen" realisieren, die Sportler müssen von vielen sonstigen Belastungen und Verpflichtungen befreit sein - ihre Ausbildung sollten sie allerdings fortsetzen.
© Copyright 2006 Teorija i Praktika fiziceskoj Kul'tury. NIZ TiPFK. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:endurance sports junior sports
Published in:Teorija i Praktika fiziceskoj Kul'tury
Language:Russian
Published: 2006
Issue:10
Pages:34-35
Document types:article
Level:advanced