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Swimming the 1500 out fast

(Schnelles Schwimmen über 1500 m)

Darstellung einer 1500-m-Philosophy des Trainers John Carew, (trainierte u.a. Stephen Holland und Kieren Perkins) allgemein und anhand des Beispiels Kieren Perkins. Ein guter 1500m-Schwimmer muß vor allem in der Lage sein, vom Start weg schnell zu schwimmen und das Tempo nach Belieben variieren zu können. Perkins kam als Achtjähriger zu Carew, ohne besondere körperliche Voraussetzungen, jedoch mit Ehrgeiz und Willen. Auf die Langstrecke wurde Perkins mit 13 Jahren gelenkt. Besonderen Wert legt der Trainer dabei auf - eine höhere Zugfrequenz, - eine höhere Wasserlage, - eine flache Lage des Kopfes. Das allerwichtigste für C. ist eine hohe Startgeschwindigkeit bzw. ein hohes Tempo von den ersten 100m an. Bedeutsam ist auch die Fähigkeit zum Spiel mit der Geschwindigkeit, das Variieren des Tempos nach Bedarf und Belieben durch verschiedene Mittel (sowohl durch Verändern des Timings der Armbewegung als auch des Beineinsatzes - z.B. Wechsel von Zweier- zu Sechserbeinschlag). Mit Perkins war die Zeit des gleichmäßigen Durchschwimmens der 1500m mit gleichbleibender Geschwindigkeit vorbei. Timing der Arme P. variiert sowohl Zuglänge als auch das Timing während des Rennens, dadurch wird die Muskelermüdung des Trizeps vermindert. Bei Verwendung des Zweierbeinschlags erhöht er gleichzeitig das Überlappen seiner Arme, so daß seine Hände vor seinem Körper näher beieinander eingesetzt werden. Beim Wechsel zum Sechserbeinschlag (Sprinten) verändert er sein Armtiming in der Art, daß er die Zughand weiter nach hinten führt, bevor die andere Hand eintaucht. Wenn die linke Hand eintaucht, befindet sich die rechte Hand in Schulterhöhe. Das Timing der Arme bezeichnet Carew als die "Gangschaltung des Schwimmers". Langstreckler wenden ein vorverlegtes Timing an, im Gegegnsatz zu Mittelstrecklern, die ein halbvorverlegtes Timing reaslisieren. 100-m-Sprinter schwimmen mit einem verzögerten Timing. Timing des Beinschlages K.P. konzentriert sich auf Erholungsphaen innerhalb des Zuges. Beispiel: Wenn seine rechte Hand nach hinten drückt, schlägt er mit dem rechten Fuß nach unten, so daß die andere Körperseite komplett relaxen kann. Seine Schultern rollen ca. 50°, seine Hüfte 30°. Der Trainer glaubt aber, daß seine Hüftrollbewegung die selben Ausmaße wie das Schulterrollen annehmen sollte. Beim Einsatz des Zweierbeinschlages überkreuzt P. seine Fußgelenke, wenn sich der Körper nach der anderen Seite rollt. Erste Leistungsfortschritte P. war erstmals mit 13 Jahren zu den Meisterschaften über 400m auffällig. Sein Trainer hält sehr viel vom Techniktraining, er glaubt, es ist Verschwendung, mit einem Schwimmer hohe Trainingsumfänge umzusetzen, der nie eine perfekte Technik haben wird. Mit P. führt Carew einmal wöchentlich Arm-Technik-Training durch, in Taperingphasen 5x täglich. Nachdem sich P. mit 14 Jahren eine gute Technik angeeignet hatte, stagnierte seine Schnelligkeit. Daher orientierte der Trainer ein 5-km-Program auf die Entwicklung der Sprintschnelligkeit. Die Hälfte dieses Programm wurde in einem 20-m-Pool absolviert. Die Trainingsumfänge wurden jährlich gesteigert. Angestrebt waren Intenbsitäten so oft wie möglich um bzw. über Wettkampftempo, um die Glykogenspeicher und die Laktatpufferfähigkeit zu trainieren. Umfääge: 1. Jahr 5 km/TE, 55 km/Woche 2. Jahr 6 km/TE, 66 km/Woche 3. Jahr 7 km/TE, 77 km/Woche 4. Jahr 8 km/TE, 88 km/Woche Herzfrequenz P.'s maximale Hf beträgt 180 Schläge/min, seine Ruhewerte liegen bei 38 S/min. Hf-Training wird auf Strecken von 1200m (Vorsaison) bis 3000m (letzte 12 Wochen) absolviert. Dabei sollten die Werte konstant um 10 Schläge unter dem Maximum liegen: Sprintschwimmer sollten Hf-Training bis zu 2000m insgesamt pro Woche absolvieren, ein 1500-m-Schwimmer kann ein Pensum bis zu insgesamt 3000m absolvieren. Ein 1500-m-Schwiimmer sollte diese Wettkampfstrecke nur 2 Mal im Jahr unter dem Aspekt einer schnellen Zeit absolvieren, da die Wiederherstellung viel Zeit beansprucht. Tempo, Strategie und Sonstiges Carew legt viel Wert auf Konzentration (auf das Rennen) und Zeitgefühl. P. hält z.B. vorgegebene Zwischenzeiten exakt ein. Er führt im WK überhaupt exakt die Anweisungen des Trainers aus, die auf eine bestimmte Endzeit (z.B. Weltrekord) ausgerichtet sind. P. siezt seinen Trainer noch heute, obwohl beide seit P.'s achtem Lebensjahr zusammenarbeiten. Sie arbeiten als Team, in dem jeder eine bestimmte Rolle zu spielen hat. Im Urlaub verläßt P. das Wasser nie ganz: Er schwimmt auch dann dreimal in der Woche. Krafttraining mit Gewichten wird unter Carew nicht durechgeführt, legiglich angebundenes Schwimmen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Swim Canada
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1996
Ausgabe:Toronto (1996)220, S. 8-9
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel