Guidelines for teaching jumping events to youngsters

(Richtlinien für die Vermittlung der Sprungdisziplinen an Kinder und Jugendliche)

Der Beitrag geht darauf ein, wie die Prinzipien der physiologischen und anatomischen Entwicklung bei Kindern effektiv auf das Training in den Sprungdisziplinen im Schulsport 10- bis 17jähriger Kinder und Jugendlicher angewandt werden können. Grundlagen der Trainingsmethodik müssen die Gesetze der anatomischen, physiologischen und psychologischen Entwicklung in diesem Altersbereich sein. Im Alter von 11-14 Jahren beginnt sich die motorische Individualität herauszubilden. Die Explosivkraftfähigkeiten erreichen ihren Höhepunkt bei den Mädchen mit ca. 14 und bei den Jungen mit 15-17 Jahren. Bei der Umfangssteigerung und der Wahl der Traininghsmittel sollte das biologische Alter der Sportler auschlaggebend sein. Für das Erlernen der Hoch- und Weitsprungtechnik sollte berücksichtigt wrden, daß der Höhepunkt der koordinativen Lern- und Leistungsfähigkeit vor dem 11./12. Lebensjahr liegt. Die Fähigkeit zur Steuerung der produktiven Bewegungen andererseits ist abhängig vob der Explosivkraftentwicklung, die ihren Höhepunkt um das 13. Lebensjahr erreicht, sich mit 14/15 Jahren stabilsierrt und im Alter von 17/18 Jahren intensiviert. Die biologischen Entwicklungsphasen und -verläufe führen dazu, daß es Phasen der Koordination der biodynamischen Elemente gibt und solche, in denen ein Mißverhältnis zwischen diesen Elementen besteht. Dies ist insbesondere für das Techniktraining, das motorische Lernen und die Bewegungsteuerung von Bedeutung. Biodynamische Parameter: Analysen der koordinativen, Schnelligkeits- und Bewegungsfertigkeiten haben gezeigt, daß mit der Vermittlung der grundlegenden Techniken in den leichtathletischen Disziplinen mit 10-11 Jahren begonnen werden sollte. Dabei werden die Sportler erst mit den allgemeinen Sprungfertigkeiten vertraut, ehe sie sich den Absprung erarbeiten. Im Alter von 11-12 Jahren bei erreichten Anlaufgeschwindigkeiten von etwa 6,5m/s hat sich ein regelmäßiger Schrittrhythmus herausgebildet, die Startgeschwindigkeit ist höher, und es ist nun möglich, den komplexeren Bewegungsvorgang Absprung zu erlernen. Mit 12-13 Jahren erhöht sich die vertikale Komponente der Stützreaktion weiter, was eine längere Flugphase ermöglicht. Mit 13-14 Jahren ist ein günstiger Zeitraum zur Entwicklung der Bewegungssteuerung und der Explosivkraftentwicklung erreicht. Eine verbesserte vertikale Komponente beim Absprung führt zu einer Erhöhung der Stützzeit, hauptsächlich im Ergebnis einer längeren Amortisationsphase. Auch die Beugung des Stützbeines in vertikaler Position erhöht sich. Insgesamt ist dies das beste Alter zur Perfektionierung der Absprungbewegung. Mit 14-15 Jahren kommt es zu einer weiteren Stabilisierung der koordinativen und biodynamischen Leistungsfähigkeit. Weitere Leistungssteigerungen werden unter der Voraussetzung des optimalen Trainingsmitteleinsatzes durch die Perfektionierung der einzelnen Phasen des Bewegungsablaufes erreicht. Weitere Verbesserungen der vertikalen Komponente der Stützphase vollziehen sich nach dem 15. Lebensjahr - wenn überhaupt - dann jedoch langsamer. Probleme: Im Altersbereich 16-17 Jahre nimmt die Dauer der Stützphase beim Absprung erneut zu, der Anlauf ist schneller, was einige Probleme mit sich bringen kann. Daher sollte in dieser Phase besonderer Wert auf die Entwicklung eines effizienten Anlaufrhythmus und eines optimalen Transfers dessen auf den Absprung gelegt werden. Im Erwachsenenalter können weitere Verbesserungen aufgrund der Entwicklung der Reflexe und des Nervensystems erreicht werden. Beispielsweise durch Imitationsübungen können komplexere Bewegungsabläufe verinnerlicht und erlernt werden. Beim Einsatz von Sprungübungen zur Entwicklung der Explosivkraft ist den skelettalen Entwicklungen des Kindes/ Jugendlichen Rechnung zu tragen. Zu hohe Belastungen (z.B. Sprünge aus zu großen Höhen, ungleiche Belastungen auf rechten und linken Fuß,überdurchschnittliche Belastungen der unteren Extremitäten) sollten vermieden werden. In allen Trainingsphasen solte Wert auf die Kräftigung von Unterschenkel- und Fußmuskulkatur gelegt wreden. In den unteren Altersbereichen sollten derartige Übungen auch als "Hausaufgaben" absolviert werden. Bis zum Alter von 11-12 Jahren sollte das Geschlecht der jungen Sportler nicht überbewertet werden, da die physische Entwicklung beider Geschlechter zu diesem Zeitpunkt nicht wesentlich unterschiedlich ist. Aufgrund des früheren Erreichens der Geschlechsreife legen die Mädchen nach dem 11./12. Lebensjahr mehr an Körpergröße und Gewicht zu als die Jungs. Daher sollten insbesondere mit Spannungen verbundene Übungen bei den Mädchen nur mit größter Vorsicht eingesetzt werden (z.B. Heben von Gewichten, Sprünge mit Lasten, Niedersprünge aus großen Höhen, Sprünge mit harten Landungen), da sonst irreperable Schäden angerichtet werden könnten.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Kraft-Schnellkraft-Sportarten Nachwuchssport
Veröffentlicht in:The jumps
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1994
Ausgabe:Mountain View: Tafnews Press, 1994. - S. 8-9
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel