The psychology of talent. Exploring and exploding the myths
(Die Psychologie des Talents. Die Mythen untersuchen und sie explodieren lassen)
Fragen der Erkennung und Auswahl sowie der Förderung von Talenten spielen im Sport und in der Kunst seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen gilt diesem Thema zunehmende Aufmerksamkeit. Schon bei der Beantwortung der Fragen was ein Talent ausmacht, woran man es erkennt und wie man es auswählt und fördert, stößt man auf eine Vielzahl von theoretischen Denkansätzen und praktischen Aspekten und Blickwinkeln. Die Autoren dieses Buchs haben für die Auseinandersetzung mit dem Talentbegriff den inhaltlichen Schwerpunkt auf psychologische Aspekte gelegt, die wiederum auf eine nicht geringe Zahl weiterer Aspekte und Handlungsfelder ausstrahlen.
Bemerkenswert ist dabei die Zahl der theoretischen Konzepte, die der Definition des Talentbegriffs zugrunde gelegt werden und die dazu neigen unübersichtlich zu werden. Wenn hier keine Klarheit vorherrscht oder geschaffen werden kann, können sich daraus nahezu zwangsläufig Probleme in der Fortführung der Diskussion und in praktischen Umsetzungsmaßnahmen ergeben. Deshalb ist den Autoren dieses Buchs auch die definitorische Klärung des Talentbegriffs, auch hier wieder mit dem Fokus auf psychologische Themen und insbesondere der Auseinandersetzung mit der Frage, ob sich ein Talent auch über die Motivation definiert, sehr wichtig gewesen. Deshalb hat das einführende Kapitel mit seinen Unterthemen wie
"Talent als Kapital und Talentmanagement",
"Stärken und Schwächen",
"Kann man sein Talent überspielen?" oder
"Quellen des Talents"
für die folgenden Betrachtungen eine sehr große Bedeutung. Das sich anschließende Kapitel untersucht, ob sich der Talentbegriff und die Förderung von Talenten nur oder primär auf Einzelne beziehen oder ob er auch auf Teams anzuwenden ist. Aus dem Sport ist ja die "Binsenweisheit" bekannt, dass ein erfolgreiches Team durchaus besser als die Summe der Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen Teammitglieder sein kann. Wie kommt das aber und welche Konsequenzen können sich daraus für unser Verständnis von Talent(en) ergeben? Dass solche Fragen nicht nur im Sport von großer Relevanz sind lässt sich mit Blick auf interdisziplinäre, internationale und dezentral arbeitende Forschungs- oder Managementteams sehr gut verstehen, da auch in diesen Bereichen (wie natürlich auch in der Kunst und Kultur) solche Gruppen (die oftmals mit hoch spezialisierten Experten besetzt sind, die wiederum in die Lösung der Gesamtaufgabe zu integrieren sind) an der Optimierung ihrer Leistung arbeiten. Und das passiert nicht selten auch in einem Setting an Bedingungen, das durchaus mit dem des internationalen Sports vergleichbar ist. Dazu gehören dann Themen wie Interaktionsanalyse oder Teambuilding und natürlich auch das zielgerichtete Coaching. Und hier kommen die Psychologie und der Psychologe ins Spiel, um die Prozesse der langfristigen Leistungsentwicklung positiv zu beeinflussen, um sie zu effektiveren, was durchaus mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden ist bzw. sein kann. Die Autoren machen dazu deutlich, dass die psychologische Expertise einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, Talente überhaupt erst einmal zu entdecken und sie dann gezielt zu fördern. Geeignete Tests für die individuelle Persönlichkeits- und Talentbewertung spielen dazu eine wichtige Rolle und entsprechend strukturierte Interviews können einen entscheidenden Beitrag leisten. Um dieses fachliche Potenzial auch tatsächlich zur Wirkung bringen zu können und Talente allgemein erkennen zu können, aber auch das Talent in einem speziellen Handlungsfeld zu identifizieren, bedarf es sehr gut ausgebildeter Psychologen, die über Erfahrungen in der Talentproblematik verfügen, die interviewen können, die Körpersprache lesen und psychologische Hindernisse überwinden können.
Wie man mit der Messung der menschlichen Fähigkeiten aussehen kann, welche Standards in der Gedächtnisleistung oder im strategischen Denken oder in der Arbeitsgeschwindigkeit beispielsweise genutzt werden können wird in diesem Buch genauso thematisiert wie der Umgang mit Feedback oder die Fähigkeit des positiven Denkens. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um sich im Anschluss daran mit den Möglichkeiten der Talentförderung und der Talententwicklung auseinanderzusetzen.
Das vorgestellte Buch bietet für an der Talentproblematik Interessierte insbesondere in Praxisbereichen einen interessanten Überblick über den aktuellen Erkenntnisstand mit dem Schwerpunkt psychologischer Aspekte.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
Göttingen
Hogrefe Verlag
2012
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| Ausgabe: | Cambridge, Mass.: Hogrefe, 2012.- 143 S. |
| Seiten: | 143 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |