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Das Talent im leichtathletischen Sprint. Sprintmerkmale als Talentprognose

Die Bewegungsschnelligkeit spielt in vielen Sportarten eine wichtige Rolle innerhalb der allgemeinen und spezifischen Leistungsstruktur. Und so gehört der leichtathletische Kurzstreckenlauf oder Sprint nicht nur zu seiner "Muttersportart" der Leichtathletik mit seinen besonderen Ausprägungen auf den kurzen Sprintstrecken und in den Sprungdisziplinen, er gehört eben auch in vielen Spielsportarten zu den wichtigen Bewegungsaufgaben wie auch beim Start im Bobsport oder beim Anlauf zum Pferdsprung im Gerätturnen. Um zu verstehen, woraus sich die Sprintleistung zusammensetzt und wie schon in jungen bzw. jüngeren Jahren das Talent einer Sportlerin oder eines Sportlers für den Sprint erkannt und dann auch gezielt weiter gefördert werden kann, muss man sich sowohl mit physiologischen als auch mit trainingsmethodischen Themen auseinandersetzen. Das hat Mathias Teske in seiner Bachelorarbeit getan, in dem er aktuelle deutschsprachige Fachliteratur zur Talentdiagnostik und zum Kinder- und Jugendtraining im Sprintbereich der Jugendleichtathletik genauer unter die Lupe genommen hat. Er geht dabei sowohl Fragen der allgemeinen Trainingsmethodik (wie zum Beispiel zur elementaren und zur komplexen Schnelligkeit als Leistungsvoraussetzung) nach, die für ihn die Basis dafür bieten, um sich in der Folge mit den disziplinspezifischen Leistungsvoraussetzungen im leichtathletischen Sprint zu beschäftigen. Für das grundlegende Verständnis der Sprintfähigkeit folgt der Autor der Untergliederung nach Letzelter (2004) in Sprintschnelligkeit, Startbeschleunigung, Pick-up-Beschleunigung, Sprintausdauer und Reaktionsschnelligkeit, um in der Folge wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse zum leichtathletischen Sprint aus dem Schüler- und Jugendbereich hinsichtlich des Geschwindigkeitsverlaufs auf verschiedenen Teilabschnitten eines Sprints vorzustellen. Diese bieten eine Möglichkeit, um die interne Struktur der verschiedenen Dimensionen für die finale Sprintleistung besser zu verstehen. Daran schließt sich die Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse zum Schnelligkeitsquotienten nach Lehmann (1993) an und es werden Fragen diskutiert, die sich mit der Entwicklung von neuromuskulären Steuerungs- und Regelungsprozessen im Kindes-, Jugendalter befassen und deren Einfluss auf die Entwicklung der sportlichen, koordinativen Leistungsfähigkeit thematisieren. Dazu gehört aber auch die Frage, welchen Einfluss die Muskelfaserverteilung gerade in diesem Altersbereich für die Entwicklung der Kraftschnelligkeit und der Maximalkraft besitzt und ob durch eine trainingsinduzierte Faserumwandlung gewünschte Schnelligkeitseffekte erzielt werden können. Innerhalb der Schnelligkeitsdiskussion spielen natürlich auch die Schnellkraft, mit ihrer hohen Relevanz für die Sprintzeit, und die Maximalkraft eine große Rolle. Auch hier werden die muskelphysiologischen Themen in die Diskussion einbezogen, um zum Beispiel Kraftzuwachs oder intramuskuläre Koordination zu analysieren und, wie an anderer Stelle auch, auf mögliche Effekte eines gezielten Krafttrainings hinzuweisen. Weitere trainingspraktische Fragen wie Schrittlänge, Schrittfrequenz und deren Entwicklung oder der Einsatz spezifischer Tests in der Leistungsdiagnostik werden ebenfalls an mehreren Stellen der Arbeit aufgegriffen. Die Gesamtdiskussion wird stets auf dem Hintergrund der spezifischen Entwicklungen im Kindes- und Jugendalter geführt, es werden dazu vorliegende Untersuchungsergebnisse und wissenschaftliche Interpretationen vorgestellt.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:strength and speed sports junior sports
Language:German
Published: München GRIN Verlag 2006
Edition:München: GRIN Verlag, 2006.- 37 S.
Pages:37
Document types:book
Level:intermediate